Theatertreffen

Über das Festival

Jedes Jahr im Mai versammelt das bedeutendste deutsche Theaterfestival Theaterschaffende, Journalist*innen und Gäste aus der ganzen Welt in Berlin. Herzstück des Theatertreffens sind die zehn „bemerkenswertesten Inszenierungen“, die alljährlich von einer unabhängigen Kritiker*innenjury aus rund 400 Aufführungen der Saison im deutschsprachigen Raum ausgewählt werden. Neben der 10er Auswahl gliedert sich das Festival in folgende Programmsäulen und übergreifende Formate:

Der Stückemarkt ist die älteste Förderinitiative für Gegenwartsdramatik im deutschsprachigen Raum und lädt Theatermacher*innen aus ganz Europa ein, sich mit ihren neuen Stücken oder bereits fertigen Theaterprojekten zu bewerben. Außereuropäische Perspektiven eröffnet die internationale Gastspielplattform Shifting Perspectives, die ein breites Spektrum an aktuellen gesellschaftlichen Themen und ästhetischen Positionen widerspiegelt. Flankiert wird das Festival vom übergreifenden Diskurs-Programm TT Kontext. Beim Internationalen Forum werden Theatermacher*innen aus allen Teilen der Welt in einem zweiwöchigen Stipendienprogramm gefördert. Und auf www.theatertreffen-blog.de begleitet der kulturkritische Nachwuchs das Theatertreffen journalistisch und macht den Festival-Alltag transparent.

Yvonne Büdenhölzer
© Christoph Neumann

Yvonne Büdenhölzer (in Elternzeit)

ist seit 2012 Leiterin des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Sie wurde 1977 bei Köln geboren, studierte Germanistik und Pädagogik in Bonn und arbeitete als Dramaturgin und Kuratorin an verschiedenen Theatern und in der Freien Szene. Von 2005 bis 2011 war Yvonne Büdenhölzer Künstlerische Leiterin des Stückemarkts beim Theatertreffen der Berliner Festspiele. Im Oktober 2009 initiierte sie das Symposium „Schleudergang Neue Dramatik – Zur Zukunft der zeitgenössischen Dramatik“ im Haus der Berliner Festspiele. In der Spielzeit 2009/10 war sie Kuratorin (gemeinsam mit Tankred Dorst, Ursula Ehler und Manfred Beilharz) und Festivalmanagerin der Theaterbiennale Neue Stücke aus Europa in Wiesbaden und Mainz. Von 2005 bis 2015 unterrichtete sie als Lehrbeauftragte im Studiengang der Angewandten Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Von 2012 bis 2015 war sie Mitglied im Rat für die Künste.
2018 ist Daniel Richter Elternzeitvertretung für die Leitung des Theatertreffens

Daniel Richter
© Christoph Neumann

Daniel Richter (Elternzeitvertretung)

ist seit 2017 Leitender Dramaturg des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Er studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Ältere Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Als Dramaturg arbeitete er u.a. am Deutschen Nationaltheater Weimar, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Maxim Gorki Theater Berlin u.a. mit Nurkan Erpulat, Staffan Valdemar Holm, Falk Richter, Kevin Rittberger und Nora Schlocker. Für die Berliner Festspiele übernahm er im Jahr 2010 die Leitung des Stückemarkts des Theatertreffens, von 2015 bis 2017 die Leitung des Internationalen Forums und war bei der 54. Edition des Theatertreffens Ko-Leiter des Festivals. Er unterrichtete an der Georg-August-Universität Göttingen, der Freien Universität Berlin und der Universität Erfurt mit den Schwerpunkten Schauspieldramaturgie, zeitgenössische Dramatik und Kultur-/Literaturmanagement.

Tel + 49 30 254 89-128

Daniel Richter
© Christoph Neumann

Daniel Richter

ist seit 2017 Leitender Dramaturg des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Er studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Ältere Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Als Dramaturg arbeitete er u.a. am Deutschen Nationaltheater Weimar, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Maxim Gorki Theater Berlin u.a. mit Nurkan Erpulat, Staffan Valdemar Holm, Falk Richter, Kevin Rittberger und Nora Schlocker. Für die Berliner Festspiele übernahm er im Jahr 2010 die Leitung des Stückemarkts des Theatertreffens, von 2015 bis 2017 die Leitung des Internationalen Forums und war bei der 54. Edition des Theatertreffens Ko-Leiter des Festivals. Er unterrichtete an der Georg-August-Universität Göttingen, der Freien Universität Berlin und der Universität Erfurt mit den Schwerpunkten Schauspieldramaturgie, zeitgenössische Dramatik und Kultur-/Literaturmanagement. 2018 ist Daniel Richter Elternzeitvertretung für die Leitung des Theatertreffens

Tel + 49 30 254 89-128

Felizitas Stillecke

Felizitas Stilleke

ist für die Ausgabe 2018 Dramaturgin des Theatertreffens. Nach dem Studium der Germanistik/Erziehungswissenschaften in Bochum war Felizitas Stilleke als Dramaturgin am Wolfgang Borchert Theater in Münster tätig. Anschließend machte sie ihren Master in Kulturpoetik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Von 2010 bis 2012 war sie Dramaturgin und Ko-Leiterin am Theater der Keller in Köln. 2013 arbeitete sie als Produktionsleiterin und Dramaturgin am Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim. Im gleichen Jahr übernahm Felizitas Stilleke gemeinsam mit Johanna-Yasirra Kluhs die Künstlerische Leitung des Theaterfestivals FAVORITEN 2014. Seit 2015 ist sie als freiberufliche Produktionsdramaturgin in NRW und Berlin tätig. Zuletzt war sie als Dramaturgin für das Impulse Theater Festival 2017, unter der künstlerischen Leitung von Florian Malzacher, tätig und zwei Mal als Residenzkünstlerin im Rahmen der bangaloREsidency vom Goethe-Institut nach Indien eingeladen, wo sie die soziale Praxis des Kuratierens untersuchte. 2016 war sie Teilnehmerin des Internationalen Forums.

Tel + 49 30 254 89-816

Stephanie Richter

Stephanie Richter

ist seit 2016 Dramaturgieassistentin des Theatertreffens und arbeitet insbesondere dem leitenden Dramaturgen zu, ist aber auch Schnittstelle zwischen Dramaturgieteam und der Theatertreffen-Organisation sowie zur Redaktion des Theatertreffens. Zwischen 2015 und 2016 unterstützte sie das Internationale Forum des Theatertreffens in verschiedenen Positionen. Sie studierte Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Journalismus und Dramaturgie an der Edinburgh Napier University und Soziokulturelle Studien und Theaterwissenschaft an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und an der Freien Universität Berlin. In der Vergangenheit hat sie am Deutschen Theater, Berlin hospitiert, ein Praktikum bei TUSCH Berlin absolviert und im Jugendclub des Maxim Gorki Theater gespielt. Darüber hinaus gestaltete sie das Theaterfestival UNITHEA und das Kunstfestival ART an der Grenze in Frankfurt (Oder) mit und verwirklichte eigene Projekte am TIK Berlin und an der Schlesischen 27.

Tel + 49 30 254 89-112

Bereits 1963, ein Jahr vor dem ersten Theatertreffen in Berlin, luden die Berliner Festwochen fünf Gastspiele deutscher Bühnen ein – eine Art Pilotprojekt. 1964 fand dann das erste Theatertreffen unter der Bezeichnung „Berliner Theaterwettbewerb“ statt, allerdings noch im Oktober während der 14. Berliner Festwochen, wobei die Grundstruktur die heute nach wie vor gültige war: zehn bemerkenswerte Inszenierungen werden von einer Jury aus Theaterkritiker*innen ausgewählt und nach Berlin eingeladen. In der Gründungserklärung der Berliner Festspiele (1964) heißt es: „Mit dem Berliner Theaterwettbewerb soll der Versuch gemacht werden, durch eine Auswahl von Schauspielinszenierungen aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Österreich und der Schweiz nicht nur ein Bild vom Stand des deutschsprachigen Theaters zu geben, sondern auch die wegen der Isolierung der einzelnen Theaterstädte so notwendige Möglichkeit des Vergleichs zu schaffen. Ein Gremium aus deutschen, österreichischen und Schweizer Kritikern hat hierzu diejenigen Aufführungen aus der Spielzeit 1963/64 ausgewählt, die ihm besonders bemerkenswert erschienen. Die jährlichen Konfrontierungen können vielleicht aus dem kontaktlosen Nebeneinander ein Miteinander machen, lassen vielleicht wieder Maßstäbe finden, wie sie einst von dem Theaterzentrum Berlin gesetzt wurden. Den Anstoß zu dem Wettbewerb gab das Echo auf die Gastspiele während der Festwochen 1963 aus Baden-Baden, Bremen, Düsseldorf, Essen und München.“ Im Gründungsjahr war Nicolas Nabukov Leiter des Theatertreffens.

Der bekannte Begriff „Schaufenster des Westens“ bezog sich zunächst auf die gesamten Berliner Festspiele. 1961, nach dem Bau der Mauer, steigerte sich jedoch seine Brisanz und ab 1964 bezog er sich vor allem auf das Theatertreffen. Zwar gehörte es nicht zu den ersten Begründungen für die Notwendigkeit des Theatertreffens, ein „Schaufenster des Westens“ zu sein, jedoch wurde der Slogan vor allem im Kalten Krieg gerne als Argumentationshilfe in Anspruch genommen. Wiederholte Einladungen an ostdeutsche Bühnen mussten lange Zeit symbolischer Natur bleiben.

Ab 1965 firmierte das Theatertreffen unter der Bezeichnung „Treffen“ und wurde zudem in den Mai verlegt, um eine Einbeziehung von Produktionen der bereits laufenden Spielzeit leichter möglich zu machen. Zudem erfolgte eine Abkopplung von den übrigen Veranstaltungen der Berliner Festwochen. 1966 tauchte dann erstmalig die heutige Bezeichnung „Theatertreffen“ auf. 1967 gründete sich die Berliner Festspiele GmbH als Trägergesellschaft für das Theatertreffen. Gerhard Hellwig hatte die Leitung des Theatertreffens von 1965 bis 1968 inne.

1965 entstand das Internationale Forum des Theatertreffens (bis 1973 unter der Bezeichnung „Begegnung junger Bühnenangehöriger“, bis 2005 unter dem Titel „Internationales Forum junger Bühnenangehöriger“). Damit ist es die älteste kontinuierlich arbeitende Einrichtung seiner Art. War es zunächst nur eine Informations- und Diskussionsveranstaltung für junge Professionelle aus der Bundesrepublik Deutschland (die DDR beteiligte sich auch hier nicht), konnte der Teilnehmer*innenkreis 1970 nach Vereinbarungen mit Institutionen in Österreich und der Schweiz auf diese beiden Länder erweitert werden.

In den 1960er- und 1970er-Jahren spielte das Theatertreffen eine wichtige Rolle bei der Etablierung neuer Regie-Generationen im Theaterbetrieb. So erhielten Peter Zadek (21), Claus Peymann (19) und Peter Stein (18) bis heute die meisten Einladungen zum Theatertreffen.

Walther Schmiedling leitete das Theatertreffen von 1969 bis 1972, Ulrich Eckhardt von 1973 bis 1981.

1978 wurde der Stückemarkt des Theatertreffens als erste Förderinitiative für Neue Dramatik im deutschsprachigen Raum gegründet. Vorher gab es keine solche Autor*innenförderung, keine Plattform für noch nicht aufgeführte Stücke und schon gar keine Schreibschulen für angehende Dramatiker*innen. In den ersten zwanzig Jahren des Festivals wählte die Stückmarkt-Leitung aus den zur Uraufführung freien Stücken jährlich fünf aus, um sie einem breiteren Publikum im Rahmen des Theatertreffens vorzustellen. Eine Jury gab es noch nicht – der*die Stückemarktleiter*in war allein für das Programm verantwortlich.

1980 begann die Kooperation zwischen dem Internationalen Forum und dem Goethe-Institut, wodurch sich das Internationale Forum für die ganze Welt öffnete. Gleichzeitig verlagerte sich der Schwerpunkt des Forums auf die praktische Arbeit; nach einer Phase des Experimentierens seit 1975 wurden 1980 Workshops zum integralen Bestandteil des Forum-Programms.

1982 bis 1988 wurde das Theatertreffen von Ulrich Eckhardt und Börries von Liebermann geleitet. Von 1989 bis 2001 war Torsten Maß Leiter des Theatertreffens.

Im Mai 1989, wenige Monate vor dem Fall der Berliner Mauer, durften schließlich Theater aus dem sozialistischen Teil des Landes zum Festival reisen. Nach dem Fall der Mauer rückte die ursprüngliche Begründung der Gründungserklärung wieder in den Vordergrund, nämlich „ein Bild vom Stand des deutschsprachigen Theaters zu geben“, statt aufgrund der isolierten Lage West-Berlins ein „Schaufenster des Westens“ zu sein.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 hat die „Leistungsschau“ nichts von ihrer Relevanz verloren. Vielmehr entwickelte sich das Festival durch die vielen internationalen Kurator*innen, Künstler*innen, Intendant*innen und Journalist*innen, die die Aufführungen besuchten, zu einem Schaufenster des deutschsprachigen Theaters für die Welt.

So öffnete sich der Stückemarkt 2003 für Autor*innen aus ganz Europa, die in Originalsprache Theatertexte einreichen konnten. Aus der Präsentation neuer Dramen für Theaterleute wurde ein Wettbewerb für noch unbekannte Autor*innen. Eine Fach-Jury sichtet seither hunderte von Stücken, von denen während des Theatertreffens zwischen fünf und sieben in Szenischen Lesungen präsentiert werden.

Von 2003 bis 2011 leitete Iris Laufenberg das Theatertreffen, nachdem 2002 Dieter Hansen die Leitung übernommen hatte.

2005 wurde die Festivalzeitung ins Leben gerufen, die bis 2008 in Zusammenarbeit mit der Berliner Zeitung entstand und das Theatertreffen kritisch begleitete. 2009 erfolgte dann der Umzug ins Internet und aus der Festivalzeitung entstand das TT-Blog. Außerdem führte die Ausweitung der Ausschreibung auf nicht nur deutsch-, sondern auch englischsprachige Teilnehmer*innen zu einer Internationalisierung der Debatten.

Seit 2012 ist Yvonne Büdenhölzer die Leiterin des Theatertreffens.

2012 wurde der Open Campus als Begegnungs- und Vernetzungsort für die Theatermacher*innen von morgen ins Leben gerufen. In diesem Education-Programm besuchen die angehenden Schauspieler*innen, Regisseur*innen, Dramaturg*innen, Szenograf*innen und Theaterwissenschaftler*innen von Universitäten, Kunsthochschulen und Theaterinstituten aus dem deutschsprachigen Raum die Aufführungen des Theatertreffens. Sie nehmen am Diskursprogramm des Festivals teil und treten in einen Austausch über ästhetische und gesellschaftspolitische Fragen sowie eigene Interessen und Ideen.

2012 erweiterte der Stückemarkt seinen Autor*innenbegriff: Erstmals wurden Projektarbeiten von Theaterkollektiven für den Wettbewerb zugelassen.

Seit 2015 wird das Internationale Forum verstärkt für globalgesellschaftliche Entwicklungsdynamiken geöffnet, um Theater als Raum politischer Öffentlichkeit zu befragen. Seitdem richten die Workshops und Diskursveranstaltungen in diesem Bereich ihr Augenmerk auf Theater im Spannungsfeld von Kunst, Politik und Gesellschaft.

Seit 2016 vergibt der Stückemarkt gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung einen Werkauftrag.

2017 wurde die internationale Plattform des Theatertreffens Shifting Perspectives ins Leben gerufen, die über die 10 bemerkenswerten Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum hinaus außereuropäische Perspektiven in das Festival holt und ein breiteres Spektrum an aktuellen gesellschaftlichen Themen, ästhetischen Positionen und wegweisenden Tendenzen widerspiegelt.

Zum 55. Theatertreffen (2018) findet erstmals das übergreifende Diskurs-Programm TT Kontext statt, das die etablierten künstlerischen Programmsäulen des Theatertreffens begleitet. Es eröffnet einen diskursiven Zugang zu seinen künstlerischen Beiträgen, indem es soziale, politische und ökonomische Kontexte und Hintergründe herstellt und die Werke als Anlass nimmt, auch darüber hinausgehende Fragen für unser Zusammenleben hier und heute zu stellen. Außerdem öffnet sich in diesem Jahr der Open Campus in Kooperation mit der LiteraturInitiative Berlin (LIN) auch für Berliner Schüler*innen.

Dokumentation

Theatertreffen 2017

Alle Publikationen 2017

[PDF, 4,1 MB]

Dokumentation

Theatertreffen 2016

Alle Publikationen 2016

[PDF, 4,3 MB]

Dokumentation

Theatertreffen 2015

Alle Publikationen 2015

[PDF, 3,2 MB]

Dokumentation

Theatertreffen 2014

Alle Publikationen 2014

[PDF, 2,6 MB]

Dokumentation

Theatertreffen 2013

Alle Publikationen 2013

[PDF, 2,1 MB]

Dokumentation

Theatertreffen 2012

Alle Publikationen 2012

[PDF, 5,8 MB]