Theatertreffen

Theatertreffen-Auszeichnung

Das Theatertreffen würdigt seine Künstler*innen mit einer Auszeichnung. Jede eingeladene Produktion nimmt ein originäres Kunstwerk mit nach Hause. Damit wird eine Zusammenarbeit mit internationalen Gegenwarts-Künstler*innen initiiert.

Die Theatertreffen-Auszeichnung 2017
© Piero Chiussi

Theatertreffen-Auszeichnung 2017

Trotz der einer Auszeichnung innewohnenden Ungreifbarkeit gibt es den Wunsch, etwas zu schaffen, das Bestand hat. So wie die Zuschauer*innen mit ihrem Theaterbesuch eine individuelle Erfahrung mit nach Hause nehmen, soll auch den Künstler*innen ein Teil ihrer eigenen Erinnerungen zurückgegeben werden. Diese Erinnerungen speisen sich im Nachhall des gemeinsamen kreativen Arbeitens und Entwickelns aus Begegnungen und der Auseinandersetzung mit Menschen und Texten. Das Textbuch ist das Sinnbild dafür – es kann am ehesten diesen Erinnerungsschatz bergen.

Eva Veronica Born (*1981) arbeitet nach ihrem Architekturstudium an der Universität der Künste Berlin als freie Bühnenbildnerin u.a. an den Münchner Kammerspielen, dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg und der Ruhrtriennale. In den Jahren 2012 und 2013 war sie als Bühnenbildnerin mit dem Regisseur Johan Simons zum Theatertreffen eingeladen. Für das Theatertreffen entwirft sie seit dem Jahr 2015 die Festival-Räume im Haus der Berliner Festspiele. 2016 gestaltet sie als Künstlerin die offizielle Auszeichnung des Theatertreffens, den „Eispokal“, eine Aufgabe, die sie 2017 erneut übernimmt.

Theatertreffen-Auszeichnung 2016
© Piero Chiussi

Theatertreffen-Auszeichnung 2016

Die Theatertreffen-Auszeichnung, die an die Teams der zehn eingeladenen Inszenierungen verliehen wird und in den vergangenen Jahren von Olaf Metzel und Ai Weiwei entworfen wurde, wurde in diesem Jahr von Eva Veronica Born gestaltet. Als Grundlage nahm sie den Augenblick zwischen Ab- und Anwesenheit und hinterfragte die Form der bleibenden Auszeichnung, die im Gegensatz zur unmittelbaren Erlebbarkeit aber auch Vergänglichkeit eines Theatermomentes steht. Ihre nicht archivierbare Konsistenz schmilzt und zurück bleibt eine individuelle Erinnerung. Auf der Schnittstelle zwischen diesen beiden Elementen bewegt sich die Auszeichnung.

Eva Veronica Born (*1981) arbeitet nach ihrem Architekturdiplom als freie Bühnenbildnerin u.a. an den Münchner Kammerspielen, dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg und der Ruhrtriennale. In den Jahren 2012 und 2013 war sie mit dem Regisseur Johan Simons als Bühnenbildnerin zum Theatertreffen eingeladen. Seit dem Theatertreffen 2015 gestaltet sie das Festivalzentrum im Haus der Berliner Festspiele.

Theatertreffen-Auszeichnung 2015
© Piero Chiussi

Theatertreffen-Auszeichnung 2015

Der Münchner Bildhauer Olaf Metzel knüpfte 2015 mit der an den „Focus Fassbinder“ und die parallel im Martin-Gropius-Bau gezeigte Ausstellung „Fassbinder – JETZT“ an. Formal ist die Theatertreffen-Auszeichnung, die in zehn Unikaten für die zehn eingeladenen Inszenierungen angefertigt und im Haus der Berliner Festspiele an die Künstler*innen-Teams übergeben wird, eine Weiterentwicklung von Metzels Reliefserie „Fassbinderfragmente“ von 2012. Aluminiumplatten wurden beidseitig bedruckt und anschließend so verbogen, verformt, geknickt und gefaltet, dass die Assoziation an geknülltes Papier entsteht. Als Druckvorlagen dienten Seiten aus den mit Schreibmaschine getippten Drehbüchern Fassbinders, Manuskriptseiten, Filmstills, Portraits, Kritiken und anderes. Die so entstandenen Objekte sind auf einen Marmorsockel montiert und nummeriert.

Theatertreffen-Auszeichnung 2014
© Piero Chiussi

Theatertreffen-Auszeichnung 2014

Im Jahr 2014 wurde die Theatertreffen-Auszeichnung von Ai Weiwei geschaffen. Mit seiner hochpolitischen Kunst schafft es Ai Weiwei eindrücklich, drängende soziale, gesellschaftskritische Fragen unserer Zeit ins Blickfeld zu rücken. Der Künstler greift auch mit seinen Trophäen für die Produktionsteams der eingeladenen Inszenierungen des Theatertreffens ein gesellschaftlich einschneidendes Ereignis auf: Die Kunstwerke sind aus gewundenem Armierungseisen gearbeitet – Überreste von Schulgebäuden, die beim verheerenden Erdbeben in Sichuan 2008 zerstört wurden. Schon mehrere Arbeiten, die auch in der Ausstellung „Evidence“ im Martin-Gropius-Bau zu sehen waren, hat Ai Weiwei aus dem Schutt hergestellt, den er damals tonnenweise an den Unglücksorten aufgesammelt hat. Durch das gewählte Material der Trophäen erinnert der Künstler bewusst an die Kinder unter den fast 100.000 Toten.

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