

Michael Engelhardt © Martin Wieldraaijer
Der Schauspieler und Rezitator Michael Engelhardt wurde 1960 in Bonn geboren. Von 1978 bis 1981 besuchte er die Westfälische Schauspielschule Bochum und war anschließend als Ensemblemitglied und Gast an verschiedenen Bühnen tätig, darunter das Berliner Kinder- und Jugendtheater Rote Grütze, die Hamburger Kulturfabrik Kampnagel, der Theaterhof Priessenthal, das Schauspiel Bonn, das kleine theater Bad Godesberg, das neue theater Halle und das Ro Theater Rotterdam. Gemeinsam mit dem Pianisten Christoph Tycho Knigge trat er zwanzig Jahre lang als Rezitator deutschsprachiger Gedichte und Melodramen auf. Außerdem arbeitete er unter anderem mit Corny Littmann, Adrienne Goehler, Martin Lüttge, Valentin Jeker, Guy Cassiers, Patricia Kopatchinskaja und Polina Leschenko zusammen. Intensiv befasste er sich mit Friedrich Hölderlin und realisierte verschiedenste Programme. Im Beethoven-Hölderlin-Jahr 2020 entwickelte er ein Metrik-Labor für das neugestaltete Museum im Tübinger Hölderlinturm und gastierte mit der Hölderlin-Performance Sprache! Großes Kino in der Schweiz und Deutschland. Seit 2021 arbeitet er vermehrt in der Schweiz, trat auf dem Lucerne Festival 2021 auf, leitete die Eröffnung des Altdorfer Festivals Alpentöne 2023 und schrieb im selben Jahr das Libretto für das Melodrama Sedna von Patricia Kopatchinskaja, das sie gemeinsam auf dem Gstaad Menuhin Festival präsentierten.
Michael Engelhardt geht es bei seinen Rezitationen um „verantwortetes Sprechen“, wie er es nennt: eine ausartikulierte Darbietung der poetischen Sprache und ihres hohen Tons. Dynamik und Tongestalt sollen die Frage „Warum so und nicht anders?“ entschlossen beantworten. Für die Produktion von Wolfgang Rihms Tutuguri im Sommer 2026 mit Aufführungen beim Lucerne Festival, Musikfest Berlin und bei der musica viva des Bayrischen Rundfunks hat Engelhardt eine Neuübersetzung der Texte Antonin Artauds erstellt, sowie gemeinsam mit dem Dirigenten Jörg Widmann, dem Dramaturgen Mark Sattler und dem Lichtgestalter Markus Güdel eine eigene Aufführungsversion geschaffen.
Stand: Juli 2026