It’s the End of the World (as We Know It)

Im dritten und letzten Beitrag seiner Reihe auf Jazzfest Berlin Off Stage remixt das KIM Collective die weltweiten Lockdown-Musik-Charts zu einem musikalisch und elektronisch verfremdeten Soundtrack der Krise, der zwischen Baufolien und Sanierungsarbeiten im Saal des Festspielhauses eine angemessen surreale Bühne findet.

Filmstill aus: „KIM: It’s the end of the world (as we know it)“

Verfügbar ab 26. Oktober 2020
11 min

Die Welt im Ausnahmezustand ist über den Sommer schnell zu alten Mustern zurückgekehrt. Das Hotel Henri, noch im Frühjahr für Gäste verschlossen und künstlerisch zwischengenutzt durch das KIM Collective, hat längst seine Pforten wieder geöffnet. Die Held*innen der Pandemie gehen gerüstet mit neuen Hygienekonzepten weiter ihrem heroischen Alltag nach. Und wir? Haben wir geschlafen? Haben wir geträumt?

Die dritte und letzte Arbeit der KIM-Musikvideo-Trilogie versagt sich jeder gängigen Denk- und Wahrnehmungspraxis und vertraut sich einer Traumlogik an. Irgendwo zwischen Berlin, wo KIM ihre O-Töne sammelten, und New York, wo Simon Kanzler als Exil-KIMster sie durch seine digitalen Orgelpfeifen jagte, hat sich dieser Track manifestiert. Sounds von Verschwörungstheoretiker*innen neben Sounds vom kollektiven Tiefschlaf der Welt mit Virus. Ein Zuhause fanden diese alptraumhaften Klänge ausgerechnet in einem verwundeten Theater: Das im Umbau befindliche Haus der Berliner Festspiele, dessen Zuschauerraum, notdürftig mit Plastikplanen verhangen, wie ein Sinnbild unserer geträumten Wirklichkeit erscheint, in der wir uns fragen, wann der Vorhang wohl wieder hochgezogen wird. Und viel mehr noch: Was wohl dahinter auf uns wartet.“ (KIM Collective)

Regie Georg Schütky
Kamera und Schnitt Jim Kroft
Licht Irene Selka
Mastering Jonas Hinz

KIM Collective
Simon Kanzler Sound Design, Elektronik, Mischung
Dora Osterloh Gesang
Laura Winkler Gesang
Raphael Meinhart Stimme
Paul Berberich Saxophon
Brad Henkel Trompete
Otis Sandsjö Saxophon
Liz Kosack Keys
Dan Peter Sundland Bass
Max Andrzejewski Schlagzeug
Max Santner Schlagzeug