Jagden und Formen (Zustand 2008). [Videotrailer]

© Sasha Waltz & Guests

Tanz

Jagden und Formen (Zustand 2008)

Ein musikalisch-choreografisches Projekt von Ensemble Modern und Sasha Waltz & Guests
Musik von Wolfgang Rihm

Uraufführung, 7. Mai 2008, schauspielfrankfurt / Frankfurter Positionen

  • 1h, keine Pause

Wolfgang Rihm nennt seine Komposition „Jagden und Formen“ in seiner aktuellen Fassung „Zustand 2008“. Es ist ein Stück, das mäandernd als „Werklandschaft“ (Wolfgang Rihm) in unterschiedlichen Stadien, Räumen und Konstellationen auftritt. „Jagden und Formen (Zustand 2008)“ ist auch der treffende Titel für die choreographische Arbeit von Sasha Waltz an diesem Werk, das sie gemeinsam mit ihrer Compagnie Sasha Waltz & Guests und dem Ensemble Modern entwickelt.

Sasha Waltz & Guests und Ensemble Modern

Zwei herausragende Solistenensembles aus Musik und Tanz treffen erstmalig in Frankfurt und Berlin aufeinander. Vieles haben diese beiden „Cluster“ miteinander gemeinsam: Institutionelle Unabhängigkeit und eine kompromisslose Suche nach neuen Wegen des künstlerischen Ausdrucks jenseits der Konventionen. Das konkrete musikalisch-choreographische Projekt von Ensemble Modern und Sasha Waltz & Guests gliedert sich in mehrere Phasen. Nach einer ersten Begegnung zwischen Wolfgang Rihm und Sasha Waltz folgte eine Weiterentwicklung der Partitur durch den Komponisten, auf deren Grundlage beide Ensembles in einen intensiven Dialog treten. Im Rahmen der Frankfurter Positionen stellen sie das Ergebnis dieses gemeinsamen Arbeitsprozesses vor, der auch in Zukunft weitergeführt werden soll. Die hochenergetische und komplexe Musik Wolfgang Rihms, die selbst unterschiedliche körperliche Gestalten und Aggregatzustände anzunehmen und physikalische Ur-Zustände zu beschreiben scheint, findet ihre Resonanz in der Choreographie der Tänzer und Musiker.

Zeitgenössische Konzertformen und Choreographische Oper

Innerhalb des künstlerischen Schaffens von Sasha Waltz ist „Jagden und Formen“ eingebettet in eine Werklandschaft, die die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen und klassischen Kompositionen kennzeichnet. Für ihre Stücke „Körper“ und „noBody“ komponierte Hans Peter Kuhn die Musik, für „S“, den Mittelteil der „Trilogie des Körpers“, konnte sie den amerikanischen Komponisten Jonathan Bepler gewinnen. 2003 schuf Rebecca Saunders, Meisterschülerin Wolfgang Rihms, die musikalische Grundlage für die choreographische Installation „insideout“. 2004 wurde im „Palast der Republik“ vor seinem Abriss, zu Musik von Hans Peter Kuhn und Iannis Xenakis ein großes „Dialoge-Projekt“ durchgeführt. Eine weitere Station in der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik bildete 2006 „Dialoge 06 - Radiale Systeme“, die künstlerische Eröffnung des Radialsystem V mit Musik von James Tenney, Iannis Xenakis und zahlreichen Interpretationen klassischer und frühbarocker Kompositionen. Das Werk „Jagden und Formen (Zustand 2008)“ von Wolfgang Rihm markiert eine weitere Etappe in der Erarbeitung zeitgenössischer Konzertformen.

Im Bereich des Musiktheaters verfolgt die Choreographin das Ziel, Tänzern, Musikern und Sängern eine darstellerische Äquivalenz und kollektive Präsenz jenseits konventioneller Hierarchien der Künste und Künstler zu ermöglichen. Mit „Dido & Aeneas“ erschloss sie sich 2004 eine neue künstlerische Welt: die choreographische Oper. Die Forschungsreise setzte sie 2007 mit „Medea“ am Grand Théâtre de Luxembourg und „Romeo et Juliette“ an der Opera National de Paris fort.

Regie, Choreografie Sasha Waltz
Kostüme Beate Borrmann
Licht Martin Hauk
Dramaturgie Yoreme Waltz
Repetition Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola

Tanz, Choreografie
Jiří Bartovanec, Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Luc Dunberry, Edivaldo Ernesto, Gabriel Galindez Cruz, Maya Gomez, Renate Graziadei, Nicola Mascia, Virgis Puodziunas, Zaratiana Randrianantenaina, Mata Sakka, Yael Schnell, Joel Suárez Gómez

Ensemble Modern

Ein Projekt im Rahmen der Frankfurter Positionen 2008. Eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung. Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Die Aufführungen in Berlin werden gefördert durch die „Freunde des Ensemble Modern e.V.“ und die „Radial Stiftung“. Sasha Waltz & Guests wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
www.sashawaltz.de