Ausstellung

Robert Capa

Retrospektive

22. Januar bis 18. April 2005

Plakat zur Ausstellung „Robert Capa“

Plakat zur Ausstellung „Robert Capa – Retrospektive“

Gestaltung: Steenbrink Vormgeving, Berlin

Dem Fotografen Robert Capa, der große Freund von Henri Cartier-Bresson, wird von Januar bis April 2005 im Martin-Gropius-Bau eine außergewöhnliche Retrospektive gewidmet. Sie wurde von der Bibliothèque Nationale de France in Paris konzipiert.

Diese Ausstellung wirft ein neues Licht auf den Fotografen, der gemeinsam mit David Seymour und Henri Cartier-Bresson – dem von Mai bis August 2004 die letzte Retrospektive zu Lebzeiten in Berlin gewidmet war - die Fotoagentur Magnum gründete.

Robert Capa ist bekannt geworden als Kriegsreporter. Er vermochte wie kein anderer dem Schrecken des Krieges wie auch dem Leid der Zivilbevölkerung Ausdruck zu verleihen. Bereits 1938 wurde er von der internationalen Presse als der «bedeutendste Kriegsreporter» ausgerufen. Capa dokumentierte den Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939), den chinesischen Widerstand gegen die japanische Besetzung (1938), den Zweiten Weltkrieg in Europa (1941–1945) und die Landung der Alliierten in der Normandie (1944), den ersten israelisch-arabischen Krieg (1948) und schließlich den Krieg in Indochina (1954), wo er am 24. Mai 1954 von einer Mine tödlich getroffen wurde. Er wurde vierzig Jahre alt.

Die Kriegsreportagen – ohne Zweifel ein wichtiger Teil seines Schaffens, das unser kollektives Gedächtnis geprägt hat – haben andere Aspekte seiner Arbeit überschattet. Daher zeigt diese Ausstellung neben den bekannten Ikonen relativ unbekannte, zum Teil noch unveröffentlichte Fotografien. Neben dem berühmten Porträt Leo Trotzkis (1932) in Kopenhagen, dem legendären Porträt des tödlich getroffenen spanischen Freiheitskämpfers (1936) oder den weltbekannten Bildern über die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, sieht man Fotografien von Pilgern in Lisieux oder der Tour de France von 1939. Zahlreiche Künstlerporträts sind Teil der Ausstellung, zu der staatliche und private französische Leihgeber beigetragen haben. 300 bekannte und unbekannte Fotografien erinnern fünfzig Jahre nach dem Tod von Robert Capa an eine große Legende.

Die Ausstellung zeigt zu einem großen Teil Originalabzüge (Vintages). Illustrierte und Magazine der 30er und 40er Jahre dokumentieren die Arbeit des Fotoreporters, der sich zeitlebens nicht als Künstler sehen wollte. Zu seinen Lebzeiten gab es nicht eine Ausstellung mit seinen Arbeiten. Robert Capa wurde allein durch seine Arbeit für die Presse bekannt. Der Kern der Ausstellung basiert auf einem Bestand von 96 Originalabzügen, welche die Bibliothèque Nationale im Jahre 1964 angekauft hat und der durch neue Ankäufe stetig erweitert wurde. Hinzu kommen Vintage Abzüge von anderen französischen Institutionen und Leihgaben aus Privatbesitz. Nahezu 500 Vintage Abzüge wurden gesichtet, bevor eine strenge Auswahl getroffen wurde.

Capa, wie sein Freund und Kollege Cartier-Bresson, prägte eine Ära des großen Fotojournalismus, der auf einzigartige Weise einer humanistischen Weltanschauung Ausdruck verleiht. Capas Kriegsreportagen werden in dieser Ausstellung durch zahlreiche, zumeist noch nicht veröffentlichte Reportagen ergänzt. Diese erste umfassende Retrospektive über das Werk Robert Capas zeigt neben den Ikonen unerwartete Bilder eines Zeitzeugen und engagierten Journalisten.

Obwohl er 1946 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, hatte er zu Paris zeitlebens ein besonders Verhältnis. 1947 gründet er gemeinsam mit Cartier-Bresson, David „Chim“ Seymour und George Rodger die Fotoagentur Magnum. Am 24. Mai 1954 wird Capa in Indochina von einer Mine tödlich getroffen. Er wurde vierzig Jahre alt.

Veranstalter: Berliner Festspiele
Eine Ausstellung der Bibliothèque nationale de France – Galerie de Photographie. Gefördert von Louis Roederer Champagne. Mit freundlicher Unterstützung der Agentur Magnum, Paris.
Kurator: Laure Beaumont-Mailett, Paris
Ausstellungsstationen: Paris: Bibliothèque Nationale de France, Berlin: Martin-Gropius-Bau