Liquid Room. Kaaitheater, Brüssel 2009. [Trailer]

Konzert

Eröffnung: Liquid Room

The nomadology of movement becomes the natural order of thought. Nigel Thrift

„Liquid Room“ ist ein besonderes Konzertformat, das das belgische Ensemble Ictus entwickelt hat und nun in seiner sechsten Ausgabe präsentiert: ein Format, das die Konventionen des Konzerts aufbricht und eine Art Live-Streaming von Musik in Gang setzt. Über eine lange Zeitstrecke entfaltet sich ein handverlesenes Repertoire meist kammermusikalischen Zuschnitts. Das instrumentale Spiel und seine performative Qualität, interdisziplinäre Grenzgänge zwischen akustischen und elektronischen Spielformen, die Fusion von Klang und Licht, Audio und Video stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander und fügen sich zu einer präzise geplanten Komposition in Raum und Zeit, innerhalb derer sich die Besucher frei bewegen können.

Die „vierte Wand“ des Konzertsaals weicht einem Ensemble von vier Bühnen, zwischen denen sich die Energien von Klängen und Körpern neu zusammensetzen und frei entfalten können. Eine Situation, die selbstbestimmtes Hören und unterschiedliche Hörhaltungen ermöglicht: von der meditativen Versenkung in Klanglandschaften oder dem analytische Durchhören einer Komposition über das beiläufige Hören des Flaneurs, der zum Bühnengeschehen Distanz wahrt, bis hin zum völligen Aufgehen in der Virtuosität und Präsenz der Musiker und der selbst gewählten Pause.

„Liquid Room“ – das meint: der verflüssigte Raum, Konzert als Gesamterfahrung zwischen Installation und Performance, ein Hybrid, der dem nomadischen und beschleunigten Leben und seiner Logik der permanenten Verwandlung mehr zu entsprechen scheint als das Stillsitzen im abgedunkelten Containerraum des Konzertsaals.

Die Berliner Ausgabe von „Liquid Room“ erweitert diesen Ansatz erstmals in Richtung einer Zusammenarbeit zweier führender Ensembles für Musik der Gegenwart: Ictus und Ensemble Mosaik gestalten auf Einladung des Festivals diesen hochenergetischen Abend gemeinsam mit speziellen Gästen wie Eva Reiter, Cédric Dambrain und Bruce McClure.

Ictus Ensemble
ensemble mosaik

Cédric Dambrain Elektronik
Eva Reiter Viola da Gamba, Stimme
Bruce McClure Modified Projector Performance
Alex Fostier Leitung, Klangregie
Daniel Plewe Klangregie
Caspar Langhoff Licht

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

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