Georges Aperhis

Georges Aperghis

© Xavier Lambours

Konzert

Aperghis IV: Situations

Georges Aperghis und Christian Dierstein diskutieren am Dienstag, 24.03.2015, 16.30-17.30 Uhr im Haus der Berliner Festspiele im Rahmen von „Thinking Together“ mit Lydia Rilling und dem Publikum über Zeit und Musik. Gespräch in englischer Sprache.

Den Höhepunkt der Hommage à Georges Aperghis bildet das jüngste groß angelegte Instrumentalwerk, das der Komponist 2013 für die 23 Musikerinnen und Musiker des Klangforum Wien und Emilio Pomàrico geschrieben hat – eine Konstellation von Künstlern, mit denen Aperghis eine lange und intensive Arbeit verbindet. Gewöhnlich geht der einzelne Musiker im Ensemble auf und das Individuum tritt zugunsten des Ganzen zurück. In der gut einstündigen Komposition „Situations“ hat Georges Aperghis die einzelnen Musikerpersönlichkeiten stark gemacht und jeder einzelnen von ihnen Musik auf den Leib geschrieben – so sind 23 Einzelporträts entstanden, die sich gleichwohl zu einer Großform fügen. In „Situations“ geht es um das Verhältnis von Individuum und Gruppe, um den Facettenreichtum, den das Zusammenspiel in einem Ensemble annehmen kann. Im ersten Abschnitt ergibt sich ein Kaleidoskop bunter Polyphonien, aus Fragmenten, die sich aneinanderreihen oder sich überlagern. Im mittleren Teil teilt sich die Komposition in Konstellationen von Solos, Duos, Trios und Quartetten auf, in Gruppierungen, die spielen und solche, die nicht spielen, sondern singen oder einen Text sprechen. Im letzten Teil entwickelt sich eine große, ineinander verzweigte Bewegung, in der Individuum und Gruppe zusammenfinden.

Über seine Arbeitsweise schreibt Aperghis: „Ich suche nach der Diskontinuität, dem Zickzack, nach der Absurdität mancher Begegnungen. Ich denke oft an einen Akrobaten, der von einem Seil zum anderen geht oder springt und sich im letzten Moment fängt. Diese Zerbrechlichkeit, diese Gefahr ist es, die ich suche. Aber auch wenn alle diese Elemente heterogen bleiben, zum Schluss müssen sie einen einzigen ‚Organismus‘ bilden – oft widersprüchlich, manchmal paradox, aber ein einziger Organismus. Darum geht es für mich bei dem, was man die ‚Großform‘ nennt.“

Georges Aperghis
Situations
für 23 Solisten (2013)

Das Klangforum Wien spielt mit freundlicher Unterstützung von ERSTE BANK.
Mit Unterstützung von Impuls neue Musik / Deutsch-französischer Fonds für zeitgenössische Musik

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