Konzert
Gastorchester

London Philharmonic Orchestra / Kurt Masur

Schostakowitsch gelang, wofür Prominente in Amerika fast alles geben: Er kam aufs Titelblatt des New Yorker TIME-Magazins, 1942, mitten im Krieg, Feuerwehrhelm auf dem Kopf, Löschspritze in der Hand, auf dem Dach des Konservatoriums von Leningrad, das die deutschen Truppen einkesselten und beschossen. Botschaft: Der Komponist kämpft für seine Stadt, für ihre Musik; mitten in Kriegslärm und Not, so sagte man, komponierte er eine große Symphonie, seine Siebente. Sie wurde im belagerten Leningrad gespielt; in England, in Amerika geriet sie zur Sensation. Toscanini dirigierte sie. In wenigen Monaten ging sie um die Welt, und wo immer sie aufgeführt wurde, fesselte sie ihr Publikum und riss es am Ende zu Ovationen hin. Ein gewaltiges Werk mit den Dimensionen eines Musikdramas. Schostakowitsch führte die Trivialität und Brutalität der Macht mit entlarvender Härte vor, und er setzte ihr Passagen entgegen, aus denen die Weite der Hoffnung spricht.

»It’s a symphony to kill Hitler«, kommentierte Nicolas Slonimsky, der Amerikaner aus Petersburg. Eine »Symphonie in tyrannos«, ergänzte Schostakowitsch. Denn Krieg herrsche nicht nur, wenn Waffen dröhnen, und die Bedrückung eines Volkes komme nicht nur von außen. Wollte man die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Kompositionen erzählen, Schostakowitschs Symphonien gehörten dazu, die Siebente vornean.

Konzertprogramm

Dmitri Schostakowitsch [1906–1975]
Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60 Leningrad [1941]
Krieg Allegretto
Erinnerungen Moderato (poco Allegretto)
Heimatliche Weiten Adagio
Sieg Allegro non troppo

Besetzung

London Philharmonic Orchestra
Kurt Masur Leitung