Konzert
Gastorchester

Bamberger Symphoniker / Jonathan Nott

Der Uraufführung von Schostakowitschs Fünfter Symphonie stellte Jewgenij Mrawinskij 1937 Tschaikowskys Tondichtung Romeo und Julia voran. Zufällig? Das Drama der Veroneser Jugendlichen, die dem Krieg ihrer Familien zum Opfer fallen, steht für den Konflikt zwischen Macht und Glück, zwischen Liebe und Katastrophendrang. – Nonos Gesänge des Lebens und der Liebe führen vom Gedenken an Hiroshima über die Hommage an eine Freiheitskämpferin zum »Gesang über neue Notwendigkeit von Liebe«. An der Chance ihres Gelingens erweist sich – wie bei Romeo und Julia – die Freiheit einer Gesellschaft. Nono komponierte den Schluss seiner Canti als Jubilus mit ornamentreichem Gesang und Glockenton. Schostakowitschs Fünfte braucht lang, bis sie aus dem hart geschnittenen Anfang zum finalen Jubel findet. Der will denn auch nicht enden. Es gibt Jubel als Freudenausbruch, er hat sein natürliches Maß. Verordneter Jubel aber endet erst auf höheren Wink.

Konzertprogramm

Joseph Haydn [1732-1809]
Symphonie Nr. 44 e-Moll Trauer [1772]

Luigi Nono [1924–1990]
Canti di vita e d’amore: Sul Ponte di Hiroshima
für Sopran, Tenor und Orchester [1962]
Sul Ponte di Hiroshima – Djamila Boupachà – Tu

Dmitri Schostakowitsch [1906–1975]
Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 47 [1937]

Besetzung

Marisol Montalvo Sopran
Niclas Oettermann Tenor

Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie
Jonathan Nott Leitung