Ausstellung

Die Neuen Hebräer

100 Jahre Kunst in Israel

20. Mai bis 5. September 2005

Plakat zur Ausstellung „Die Neuen Hebräer. 100 Jahre Kunst in Israel“

Plakat zur Ausstellung „Die Neuen Hebräer. 100 Jahre Kunst in Israel“

Aus Anlass der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland vor 40 Jahren zeigten das Israel Museum, Jerusalem und die Berliner Festspiele die Ausstellung „Die Neuen Hebräer – 100 Jahre Kunst in Israel“. Sie erzählte die Geschichte der modernen israelischen Kultur von ihrer Entstehung vor etwa 100 Jahren bis zur Gegenwart. Die Ausstellung handelte von Visionen eines neuen kulturellen Ganzen, das sich bei all seiner Bindung an die jüdische Vergangenheit von überlieferten Wesenszügen der jüdischen Diaspora auch unterscheidet.

Sie ging weit hinter das Gründungsjahr des Staates Israel im Jahre 1948 zurück und begann mit dem frühen 20. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wanderten mehr und mehr Juden aus verschiedenen Ländern und Kontinenten nach Palästina, das zunächst noch unter ottomanischer Herrschaft stand und dann englisches Mandatsgebiet wurde. Bald schon entstand das Verlangen nach einer eigenen kulturellen Heimat. Zeitlicher Ausgangspunkt der Ausstellung war die Eröffnung der Bezalel Akademie für Kunst- und Kunstgewerbe 1906 in Jerusalem. Hier wurden erste Voraussetzungen für den Versuch geschaffen, kulturelle Überlieferungen verschiedenster Herkunft miteinander zu verbinden und eine neue Identität zu kreieren.

Eine Basis für jüdische Vergangenheit, das Verbindende zwischen biblischen Vorvätern und modernen Israelis stellen die Qumran-Rollen dar. Sie wurden in den 1940er Jahren in Höhlen am Toten Meer gefunden. Ihre Entdeckung war ein weltbewegendes Ereignis und hatte großen Einfluss auf die Konstruktion der neuen israelischen Kultur: Im Rahmen der Ausstellung wurde erstmalig in Europa eine der Hauptrollen, die Tempelrolle, gezeigt.

Ein besonderes Anliegen der Ausstellung bestand darin, die breite Palette prägender stilistischer Einflüsse und Vorbilder, vor allem aus Europa und dem Orient, nachzuzeichnen. So wurde verdeutlicht, wie aus Aneignung und Verwandlung heterogener Quellen nach und nach eine Kultur entstand, die ihren Platz in einer zunehmend globalisierten Welt behauptet. An der Entwicklung dieser bis heute für hybride Entwürfe offenen Kultur hatten auch Einwanderer aus Deutschland und Russland einen großen Anteil. Es lag daher nahe, für ein deutsches Publikum herauszuarbeiten, welche Rolle künstlerische Überlieferungen aus Deutschland gespielt haben – etwa Jugendbewegung oder Bauhaus.

Die Ausstellung war vor allem als Ereignis visueller Kultur geplant, mit Schwerpunkten in den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Film, Fotografie und Design. Der größte Teil der Ausstellungsobjekte kam aus dem Bereich der modernen und der zeitgenössischen Kunst.

Im Bereich Architektur war die Bandbreite der Stile Programm. Dazu gehören der große und nachhaltige Einfluss des Bauhauses auf die Gründungsarchitektur von Tel Aviv wie auch die Einbeziehung arabischer Baukonventionen sowie Stadtplanung.

Ziel der Ausstellung war es, einen Zugang zum kulturellen Reichtum Israels zu eröffnen und zum besseren Verständnis des Landes Israel beizutragen, zum Verständnis für seine historische Berechtigung, seine kulturelle Leistung und seinen Wunsch nach Sicherheit und Frieden.

Veranstalter: Berliner Festspiele und The Israel Museum, Jerusalem.
Ermöglicht durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes, der Botschaft des Staates Israel, des Ministry of Foreign Affairs, Israel, und des Vereins zur Förderung des Israel Museums in Jerusalem.
Schirmherrschaft: Moshe Katzav, Präsident des Staates Israel, Horst Köhler, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
Kuratoren: Doreet LeVitte-Harten, Berlin , Ygal Zalmona, Jerusalem