Konzert
Streichquartette

Benefizkonzert

30 Jahre Alternativer Nobelpreis – Projekte der Hoffnung
Benefizkonzert zugunsten des Right Livelihood Award

Empfang nach dem Konzert im Foyer des Kammermusiksaals mit Gelegenheit zu Gesprächen mit dem Gründer des Alternativen Nobelpreises Jakob von Uexküll
Moderation: Helge Grünewald (Stiftung Berliner Philharmoniker)

Das Streichquartett ist die erhabenste Gattung, der Inbegriff der Kammermusik schlechthin. Igor Strawinsky brachte sie in unklassische Nachbarschaft. Zu seinen Trois pièces bekannte er: »1914 hatte ich den Clown Littler Tich in London gesehen, und ich war sehr beeindruckt von seinen Bewegungen, die Kunst des großen Clowns hat mir die Zuckungen, das Auf und Ab, den Rhythmus – selbst die Stimmung und den Witz der Musik gegeben.« Musik als sublimierte circensische Kunst. Eine brillante Idee.

Musikalische Sätze vom Typus der Chasse (Jagd) waren als Finali in der klassischen Kammermusik sehr beliebt. Aber eben als Schlussstücke. Mozart jedoch eröffnet sein B-Dur-Quartett mit einem solchen Satz, schafft verkehrte Welt auch bei den Mittelstücken: Das Menuett platziert er vor den langsamen Satz. Das Schöne an diesen Verdrehungen: Man merkt sie der Musik nicht an. Der erste Satz ist so kunstvoll ausgebaut, wie man es zur Eröffnung eines Quartetts erwarten darf. Das ganze Werk erhält dadurch eine Leichtigkeit, aus der sich das Adagio durch seine intensive Deklamation wie ein Stück Theater ohne Worte heraushebt. Musik, die die Verhältnisse auf den Kopf stellt und trotzdem gerade geht. Brillanter lassen sich Dinge nicht verkehren.

Claude Debussy schrieb ein einziges Streichquartett. Er gab einem einzigen Werk eine Opusnummer, die zehn. Ein einziges Mal nahm er Anleihen bei einem Komponisten, über den er sonst keine lobenden Worte fand (die waren bei ihm ohnehin selten), bei Edvard Grieg. Zu Tschaikowsky pflegte er ein besseres Verhältnis. Das Pizzicato-Scherzo aus dem Quartett hat seinen größeren Bruder in dessen Vierter Symphonie. Musik, die allerhand Geschichten im Sinn trägt, auch das brillant ins Werk gesetzt.

Programm

Begrüßung durch Jakob von Uexküll

Igor Strawinsky [1882–1971]
Trois pièces
für Streichquartett [1914]

Wolfgang Amadeus Mozart [1756–1791]
Streichquartett D-Dur KV 575

Claude Debussy [1862-1918]
Streichquartett g-Moll op. 10 [1893]

Besetzung

Philharmonia Quartett Berlin
Daniel Stabrawa Violine
Christian Stadelmann Violine
Neithard Resa Viola
Dietmar Schwalke Violoncello

Eine gemeinsame Veranstaltung von IPPNW-Concerts, dem musikfest berlin | Berliner Festspiele und der Stiftung Berliner Philharmoniker