Theater

Un Tramway

Nach »A Streetcar Named Desire« [Endstation Sehnsucht] von Tennessee Williams

Deutschlandpremiere
Premiere 4. Februar 2010, Théâtre de l’Odéon, Paris

UN TRAMWAY

Un Tramway. Isabelle Huppert und Yann Collette

© Pascal Victor / ArtComArt

  • 2 h 35 min, ohne Pause
  • In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Vergangene Termine

So 21. November ca. 23:00, Oberes Foyer
Publikumsgespräch mit Isabelle Huppert und Krzysztof Warlikowski

Un Tramway heißt ganz schlicht die Neuinterpretation von Tennessee Williams’ Endstation Sehnsucht des international tätigen polnischen Regiestars Krzysztof Warlikowski am Pariser Théâtre de l’Odéon. Die Textfassung – eine Neuübersetzung des frankokanadischen Autors Wajdi Mouawad –, die durch zahlreiche literarische und dramatische Anspielungen von Oscar Wilde bis Sophokles ergänzt wurde, konzentriert sich ganz auf die Psyche der Blanche DuBois. Allen Südstaatenkolorits entkleidet, findet die Tragödie als multimediales Ereignis in einem hochgestylten, transparenten Bühnenraum statt. Isabelle Huppert brilliert in der Rolle der am Leben gescheiterten, kunstbegeisterten Lehrerin, die mittellos bei ihrer Schwester Stella und deren Mann, dem vitalen, ungebildeten Stanley Kowalski, Unterschlupf sucht. Ihre Blanche, die als Herrscherin einer von der Umgebung abgekoppelten Phantasiewelt zwischen kokettierendem Vamp und geschundener Kreatur oszilliert und schließlich ihre Würde und ihren Verstand verliert, wird zu einer ganz und gar heutigen Figur. Nach ihrer Merteuil in Robert Wilsons Quartett von Heiner Müller [spielzeit’europa 06|07] und ein Jahr zuvor in 4.48 Psychose von Sarah Kane, Regie Claude Régy, ist die einzigartige Schauspielerin Isabelle Huppert damit bereits zum dritten Mal zu Gast bei spielzeit’europa im Haus der Berliner Festspiele.

»Was die phänomenale Huppert bietet, kann nur sie. Ihre Blanche DuBois lässt die gesamte Aufführung um sich kreisen, indem sie drei pausenlose Stunden lang deren Zentrum ist. Sie löst sich komplett auf in ihrem weit über ›Rolle‹ und ›Verkörperung‹ hinausgehenden Spiel, während sie ein Wesen erschafft, das auf der Bühne lebt, hingerissen von sich selbst und all jenen, die mitspielen und sich davon ebenfalls hinreißen lassen.«
Neue Zürcher Zeitung

Besetzung

Regie Krzysztof Warlikowski
Französischer Text Wajdi Mouawad
Adaption Krzysztof Warlikowski
Mitarbeit Piotr Gruszczynski, Wajdi Mouawad
Dramaturgie Piotr Gruszczynski
Bühne und Kostüme Małgorzata Szczesniak
Licht Felice Ross
Musik Pawel Mykietyn
Video Denis Guéguin

Mit Isabelle Huppert, Andrzej Chyra, Florence Thomassin, Yann Collette, Renate Jett, Cristián Soto

Produktion Odéon-Théâtre de l’Europe Paris, Nowy Teatr Warschau, Grand Théâtre de Luxembourg, La Comédie de Genève, Koninklijke Schouwburg Den Haag, Holland Festival Amsterdam, spielzeit’europa | Berliner Festspiele, MC2: Grenoble, Hellenic Festival