Totale Sonnenfinsternis vom 29.7.1878, Zeichnung von Étienne Léopold Trouvelot

Totale Sonnenfinsternis vom 29.7.1878, Zeichnung von Étienne Léopold Trouvelot

© Wikimedia Commons

Konzert
Gastorchester

Ensemble intercontemporain

Einführung 19:00 Uhr

1976 von Pierre Boulez in Paris gegründet, ist das Ensemble intercontemporain eines der traditionsreichsten Spezialensembles für neue Musik. Seine Mitglieder, alle international renommierte Solist*innen, haben die Aufführungspraxis der neuen Musik in den letzten 40 Jahren maßgeblich mitgeprägt. Seit 2013 ist der Komponist und Dirigent Matthias Pintscher Leiter des Ensembles. Vergangenes Jahr gab er beim Musikfest Berlin sein Debüt am Pult der Berliner Philharmoniker. Dieses Mal stellt er in der ersten Hälfte des Konzerts seinen Ensemblezyklus „sonic eclipse“ vor: Im Zentrum stehen Trompete und Horn. Wie bei einer Mond- oder Sonnenfinsternis überdecken sich die Klanglichkeiten der beiden Protagonisten allmählich und ziehen die übrigen Instrumente in ihr Gravitationsfeld.

Wolfgang Rihms „Concerto Seraphin“, vor acht Jahren als Auftragswerk beim Musikfest Berlin uraufgeführt, ist Bestandteil eines ganzen Werkkomplexes, bei denen sich im Laufe der Jahre an einen thematischen Kern immer weitere Teile und Schichten anlagern. Zentrale Inspirationsquelle für Rihm waren die „Théâtre de Séraphin“-Texte von Antonin Artaud und Charles Baudelaire. Die experimentierfreudigen Videokünstler des niederländischen 33 1/3 Collektiv haben in dem Projekt „No More Masterpieces“ digitale Bildwelten entwickelt, die auf Antonin Artauds radikales und provokatives Manifest „Schluss mit den Meisterwerken“ Bezug nehmen und Wolfgang Rihms „Concerto Séraphin“ in die Welt der kinetischen Visualität weiterentwickeln.

Matthias Pintscher [*1971]
sonic eclipse
für Trompete, Horn und Ensemble [2009-2010]
celestial object I
celestial object II
occultation

No More Masterpieces
Eine gemeinsame audiovisuelle Produktion von Ensemble intercontemporain und 33⅓ Collective zu
Wolfgang Rihm
Concerto Séraphin für 16 Spieler [2008],
angeregt durch Antonin Artauds Manifest „Le théâtre et son double“.
Deutsche Erstaufführung

Clément Saunier Trompete
Jean-Christophe Vervoitte Horn

33⅓ Collective
Douwe Dijkstra, Jules van Hulst, Video und kinetische Skulptur
Thierry van Raay, technische Umsetzung der kinetischen Skulptur

Ensemble intercontemporain
Paul Jeukendrup Klangregie
Matthias Pintscher Leitung

No More Masterpieces - Online Trailer

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin