Tyrannis

Tyrannis. v.l.: Philipp Reinhardt, Kate Strong, Jonas Grundner-Culemann, Eva-Maria Keller, Enrique Keil

© Nils Klinger

Theater
10er Auswahl

Tyrannis

von Ersan Mondtag

Staatstheater Kassel

Uraufführung Staatstheater Kassel: 10. Dezember 2015

  • Dauer 2h, keine Pause
  • Sprache kein Problem

Publikumsgespräch am 9. Mai im Anschluss an die zweite Vorstellung

Im dunklen Wald ruft der Muezzin, der Vater kehrt mit der Axt nach Hause und geht in den Keller, ein sehr dickes Mädchen erschüttert das Haus mit trotzigem Aufstampfen. In „Tyrannis“ von Ersan Mondtag ist ständig Märchenstimmung, aber von der unheimlichen Art. Die rothaarige Familie mit ihren Avatar-Bewegungen, die man per Überwachungskameras in ihren Zimmern und live in einer sonderlichen Wohnküche beobachtet wie im Menschenzoo, spricht nicht, lebt nach festen Ritualen und verbirgt Geheimnisse. Sind schreckliche Dinge in der Vergangenheit geschehen oder erwarten die zombiehaften Einfamilienhausseelen sie erst? Assoziationen an Horrorfilme und Computerspiele, David Lynch und Brüder Grimm, aber auch an Kleinbürgerenge à la Fassbinder und das verschämte Personal von Christoph Marthaler stellen sich bei der geduldigen Betrachtung von Mondtags Zimmerweltträumen ein. In der bildmächtigen Verdichtung, die der 28-jährige Performer und Regisseur aus diesen Einflüssen komponiert, entsteht ein intimer Grusel des Alltags in berückend eigensinniger Atmosphäre.

www.staatstheater-kassel.de

Inszenierung, Bühne und Kostüme Ersan Mondtag
Komposition und Sounddesign Max Andrzejewski
Dramaturgie Thomaspeter Goergen
Video und Schnitt Jonas Grundner-Culemann
Mitarbeit Bühne und Kostüme Paula Wellmann
Regieassistenz, Mitarbeit Video, Abendspielleitung Philipp Rosendahl

Die Mutter Kate Strong
Die Tante Eva-Maria Keller
Der Vater Enrique Keil
Die Tochter Philipp Reinhardt
Der Sohn Jonas Grundner-Culemann
Die Gästin Sabrina Ceesay