Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie. v.l.: Michael Wittenborn, Clemens Sienknecht, Markus John, Ute Hannig, Yorck Dippe

© Matthias Horn

Theater
10er Auswahl

Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie

von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk
nach Theodor Fontane
Textfassung Clemens Sienknecht, Barbara Bürk und Sybille Meier

Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Premiere Deutsches Schauspielhaus Hamburg: 19. September 2015

  • Dauer 1h 50, keine Pause
  • Mit englischen Übertiteln

Publikumsgespräch am 22. Mai im Anschluss an die Vorstellung

Die Idee tritt auf wie einer dieser typischen Spielplaneinfälle von ziemlich gewollter Originalität: der traurige Tugendtod der Effi Briest wird inszeniert als lustige Radio-Show. Umso größer die Überraschung, dass die Beziehung von musikalischer Blödelei und ernstem Erzählen zur Liebesheirat taugt. Clemens Sienknecht und Barbara Bürk führen im gemütlichen Samtsessel-Ambiente von „Radio Briest“ die entscheidenden Szenen aus Fontanes wilhelminischer Kränkungstragödie mit der lockeren Pseudo-Freiheit der Siebziger als schräges Musical zusammen. Und das gelingt, weil beide Epochen sich ständig in ihren Verlegenheiten spiegeln. Der Wunsch, ganz anders sein zu wollen, als der geltende Kodex es vorschreibt, führt in beiden Zeiten zu Unfällen der misslungenen Befreiung. Natürlich ist das Patchwork aus seriös kostümierten Schlüsselszenen und Pointen eines Provinzradios voll peinlicher Pullunder- und Paisleyhemdtypen mit dem Faden der Ironie vernäht. Aber wie daraus ein großes unterhaltendes Fest der traurigen Betrachtung wird, das ist ein echter Hit.

www.schauspielhaus.de

Inszenierung Clemens Sienknecht und Barbara Bürk
Bühne und Kostüme Anke Grot
Licht Björn Salzer
Dramaturgie Sybille Meier

Mit
Yorck Dippe
Ute Hannig
Markus John
Friedrich Paravicini
Clemens Sienknecht
Michael Wittenborn