„Geige/Schatten“

„Geige/Schatten“. Foto: Anonym

Aus Magazin „MAGNUM – Zeitschrift für das moderne Leben”, 1962, H. 38

Konzert

Recital: Ilya Gringolts

  • Ende des Konzerts ca. 12:45 Uhr

Einführung 10:00 Uhr

Sie sind die Feuertaufe für jeden Geiger: die 24 Capricen von Niccolò Paganini, dem romantischen Instrumentalmagier par excellence. Jede für sich bedeutet schon eine besondere Herausforderung, alle nacheinander als Zyklus zu spielen, verlangt geigerisch-olympische Höchstleistungen. In ihrer Zusammenschau offenbaren sie jedoch nicht nur ihre äußerlich brillanten, sondern vor allem ihre musikalisch substanziellen Qualitäten. Als expansive Charakterstücke kommen sie den Etüden eines Chopin oder Liszt gleich, sie bieten intensives musikalisches Ein-Mann-Theater mit einer gewaltigen Spannweite des künstlerischen Ausdrucks.

Doch damit nicht genug. Ilya Gringolts kombiniert Paganinis Feuer- und Wunderwerke mit den sechs Capricen von Salvatore Sciarrino. 1976 geschrieben, nehmen sie auf jene zum Teil direkten Bezug, erforschen von ihnen aus neues Terrain vor allem dort, wo die Violine am zartesten und empfindlichsten reagiert: im Obertonspektrum der Flageoletts. In der besonderen Aura dieser Klangwelt wirken die Stücke wie kurze Erzählungen über die unbegrenzten Möglichkeiten und die unendliche Sensibilität der Tonkunst.

Salvatore Sciarrino [*1947]
Sei Capricci per violino solo [1976]

Nicolò Paganini [1782-1840]
24 Capricci per violino solo [ca. 1820]

Ilya Gringolts Violine

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin