Wintersport, Figurenlaufen auf dem Eis. Hanover, New Hampshire 1936

Wintersport, Figurenlaufen auf dem Eis. Hanover, New Hampshire 1936. Fotograf Arthur Rothstein

© The New York Public Library Digital Collection

Konzert
Berliner Orchester

Berliner Philharmoniker

Einführung jeweils 1 Stunde vor Konzertbeginn

Keine Moderne ohne Walzer. Das erste Zwölftonstück war ein solcher, und Ferruccio Busoni, der Visionär einer Musik, die sich in ungeahnten tonalen Galaxien bewegte, komponierte am Anfang seiner zweiten Berliner Zeit 1920 mit seinem „Tanz-Walzer“ nicht nur zeitlich ein Pendant zu Ravels „La valse“. Eine Hommage an Johann Strauß habe er im Sinn gehabt, ließ der Komponist zur Uraufführung durch die Berliner Philharmoniker am 13. Januar 1921 wissen. Keine „Aufforderung zum Tanz“ entstand dabei, sondern die musikalische Nachzeichnung einer Tanzszene, geschrieben aus der variablen Distanz des Beobachters. In ihrem Untergrund rumort die Zeitgeschichte.

Ein Jahr, von 1888 bis 1889, unterrichtete Busoni am Konservatorium Helsinki und scharte eine Gruppe musikalischer Aufbruchsgeister um sich, die sich nach seinem Hund Lesko „Leskoviten“ nannten. Jean Sibelius gehörte dazu; ihn ermutige Busoni , seinen Weg unbeirrt zu gehen. Die Zweite Symphonie markiert nach den großen Tondichtungen eine Hauptstation auf dem Weg des Finnen zur europäischen Größe. Sie wurde in der Zeit des Unabhängigkeitskampfes gegen die russische Bevormundung geschrieben. Das Zweite Violinkonzert war das letzte Werk, das Bartók vor seinem US-Exil vollendete. In der Form sucht es klassizistischen Rückhalt, im mittleren Satz konzentriert es seine Expressivität.

Ferruccio Busoni [1866-1924]
Tanz-Walzer für Orchester op. 53 [1920]

Béla Bartók [1881-1945]
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 D-Dur op. 43 [1937/1938]

Jean Sibelius [1865-1957]
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43 [1902]

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin