Papst Franziskus celebriert die Messe, 4. November 2016

Papst Franziskus zelebriert die Messe, 4. November 2016. Fotograf: Evandro Inetti

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Konzert
Monteverdi 450

RIAS Kammerchor

Monteverdi 450
Antrittskonzert
RIAS Kammerchor Chefdirigent Justin Doyle

Einführung jeweils 1 Stunde vor Konzertbeginn

Ohne geistliche Kompositionen bliebe eine Würdigung Claudio Monteverdis einseitig. In den dreißig venezianischen Jahren war er als Kapellmeister von San Marco im offiziellen Hauptberuf Kirchenmusiker, in den zwei Jahrzehnten am Hof von Mantua hatte er auch für gute Musik in den Kirchen zu sorgen. Die norditalienische Residenz nahm sich gegenüber der römischen Kurie größere Freiheiten als andere Fürstentümer. Die Liturgie der Gottesdienste und ihre künstlerische Ausgestaltung unterwarf man nicht völlig den päpstlichen Dekreten, sondern behielt sich eigene Wege vor. Damit wurde der künstlerische Experimentiergeist auch im geistlichen Bereich beflügelt. Monteverdis „Marienvesper“, in den letzten Mantuaner Jahren geschrieben, galt durch die Einbeziehung konzertanter Elemente als Avantgardestück mit Langzeitwirkung. Der Komponist veröffentlichte sie zusammen mit seiner Messe „In illo tempore“, die er fast demonstrativ im „alten“, sanktionierten Stil hielt. Themen aus Nicolas Gomberts Motette „In illo tempore“ bilden ihr musikalisches Rückgrat.

Der RIAS Kammerchor, in Sachen Alter Musik seit Langem ein tonangebendes Ensemble weltweit, führt die beiden konträren Stücke, die extremen Pole in Monteverdis Stilistik, an zwei benachbarten, aber grundverschiedenen Orten auf: die Messe in der St. Hedwigs-Kathedrale, der Berliner Bischofskirche, die „Marienvesper“ im Pierre Boulez Saal, der spektakulären Neuheit in der Berliner Kulturszene.

Claudio Monteverdi [1567-1643]
Vespro della Beata Vergine (Marienvesper)
für Chor, Solostimmen und Orchester [1610]

Eine Veranstaltung des RIAS Kammerchores
in Kooperation mit dem Pierre Boulez Saal
und Berliner Festspiele / Musikfest Berlin