Simulation of gravitational waves generated by a collision between two black holes

Computersimulation von Gravitationswellen, die bei der Verschmelzung zweier schwarzer Löcher entstehen

© Henze / NASA

Arrival of Time

1. bis 31. Juli 2017

Ausstellung
Mit Arbeiten von Rana X. Adhikari, William Basinski, Rainer Kohlberger, Evelina Domnitch & Dmitry Gelfand

Kuratorin Isabel de Sena

Am 14. September 2015 um 05.51 Uhr Eastern Daylight Time maß das LIGO (Laser Interferometer Gravitation Wave Observatory/Laser-Interferometer Gravitationswellen-Observatorium) erstmals kleine Wellen im Stoff der Raumzeit – die aus einem fernen Universum stammen und infolge eines kataklysmischen Ereignisses zu uns auf die Erde gekommen sind.
Pressemitteilung von LIGO Caltech/MIT, 11.02.2016

Seit über 100 Jahren – seit Einstein – ist bekannt, dass die Zeit eine inkonstante physische Quantität ist. Ein Jahrhundert lang blieb dieses Wissen jedoch ein theoretisches. Unter allen möglichen Veränderungen der drei Hauptkomponenten des Universums – Raum, Zeit und Energie – war die Fluktuation der Zeit die einzige, die sensorisch nicht nachvollziehbar war. Das hat sich jedoch am 11. Februar 2016 geändert. An diesem Tag konnte das LIGO Caltech & MIT erstmals von Zeitfluktuation berichten, die mithilfe des sensibelsten Geräts gemessen wurde, das die Menschheit jemals konstruiert hat.

Die Ausstellung „Arrival of Time“ zelebriert ebendies: die Ankunft der Zeit in ihrem neuen Gewand als ununterdrückbar lebendiger Bestandteil des Universums. Um ein Verständnis dieses paradoxen Phänomens zu schaffen, bedient sich „Arrival of Time“ immersiver Ästhetiken mittels Arbeiten, die speziell für diese Ausstellung geschaffen wurden: von Rana X. Adkhikari, William Basinski, Rainer Kohlberger und Evelina Domnitch & Dmitry Gelfand. Durch sinnliche Erfahrungen ermöglichen sie Annäherungen an jene Phänomene, die wir rational noch nicht erfassen können. Sie laden ein in ein „Black Hole Theater“, zur sinnlichen Überwältigung durch Quantenfluktuationen oder machen Sie bekannt mit dem Inhaber des komplexesten Wahrnehmungsapparates im Tierreich.

Das Studierzimmer in der Ausstellung lädt die Besucher*innen ein, sich dort aufzuhalten, die Bücher der Bibliothek einzusehen und sich mit diesem erstaunlichsten aller Phänomene zu beschäftigen.

Teil des Programms Limits of Knowing