Yahia Yaïch Amnesia

Yahia Yaïch Amnesia

© Mohamed Frini

Theater

Yahia Yaïch Amnesia

von Jalila Baccar und Fadhel Jaïbi

Deutschlandpremiere
Uraufführung 2. April 2010 Mondial, Tunis

  • 1 h 45 min, ohne Pause
  • In arabischer und französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Vergangene Termine

Yahia Yaïch Amnesia von Fadhel Jaïbi, entstanden in Zusammenarbeit mit der Autorin und Schauspielerin Jalila Baccar, gelangte vor der »Jasminrevolution« zur Premiere und gilt nunmehr als eine theatralische Vorhersage der jüngsten Ereignisse in Tunesien. Im Zentrum steht eine Herrscherfigur, die abgesetzt wird und das Land verlassen will, aber mangels eines gültigen Reisepasses schließlich verbannt wird und in der Psychiatrie landet.

Fadhel Jaïbi ist einer der profiliertesten und zugleich streitbarsten Künstler des Maghrebs. Seine Arbeiten werden im gesamten arabischen Raum gezeigt, unter anderem in Beirut, Damaskus und Kairo, und sind auch regelmäßig in Europa zu Gast; 2002 wurde er im Rahmen der letzten Berliner Festwochen in einer Werkschau vorgestellt.

»Eigenverantwortlichkeit, kollektive Verantwortlichkeit.
Gruppe und Individuum.
Gruppe gegen Individuum.
Individuum gegen Gruppe.
Gruppe gegen Gruppe.
Dies sind die variierbaren Thematiken, denen wir unaufhörlich nachgehen, mit dem und für das Theater unserer Gruppe, verankert im Hier und Jetzt.«
Jalila Baccar und Fadhel Jaïbi

»Amnesia ist dann fast ein Schock. Denn was Jaïbi und seine Truppe hier zeigen, ist nicht weniger als eine Vorhersage der jüngsten Ereignisse.«
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2011

»Amnesia hinterfragt eine Gesellschaft deren Gedächtnis schwach ist: was schließt sie in ihre Geschichte ein, und wem legt sie Rechenschaft ab? Familia Productions gelingt mit diesem Stück ein wahrhaftiger Moment des Glücks und, ohne Zweifel, ein Beginn der Aussöhnung mit einem hemmungslosen Ausdruck, der ebenso selten wie mutig in den arabischen Ländern ist.«
Jeune Afrique, 20.4.2010

»In wenigen Monaten wird der Text von einem warnenden Traum zu einem dokumentarischen geworden sein. ›Dieses Stück ist jetzt bereits eine Art Archiv. Es erinnert daran, an welchem Punkt uns die neue freie Meinungsäußerung erfasst hat. Es belebt unsere Erinnerung‹, sagt die Schauspielerin Fatma Ben Saidane.«
France24, 19.7.2011

Besetzung

Regie und Licht Fadhel Jaïbi
Bühne Kaîs Rostom
Kostüme Anissa B’diri
Musik Gérard Hourbette [Art Zoyd]

Mit Jalila Baccar, Fatma Ben Saîdane, Sabah Bouzouita, Ramzi Azaiez, Moez M’rabet, Lobna M’lika, Basma El Euchi, Karim El Kefi, Riadh El Hamdi, Khaled Bouzid und Mohammed Ali Kalaî

Produktion Familia Productions, Bonlieu Scène nationale Annecy

Koproduktion TnBA Théâtre National de Bordeaux en Aquitaine, Théâtre de l’Union Centre dramatique national du Limousin, Théâtre de l’Agora Scène nationale d’Evry et de l’Essonne
Mit Unterstützung von Le Ministère de la Culture et de la sauvegarde du Patrimoine de Tunisie und l’Office International de la Francophonie