Michael Wollny, Ambrose Akinmusire

Michael Wollny, Ambrose Akinmusire

© Jörg Steinmetz, Pierrick Guidou

Konzert
Konzerte Große Bühne / Auftragswerke

Michael Wollny / Ambrose Akinmusire

1978 im bayerischen Schweinfurt geboren, ist Michael Wollny einer der Vorzeigekünstler des zeitgenössischen europäischen Jazz. Ob mit seinem eigenen hervorragenden Trio, in Duos mit Musikern wie den Tenorsaxofonisten Heinz Sauer und Marius Neset, dem Akkordeonisten Vincent Peirani, im Zusammenspiel mit größeren Ensembles wie der hr-Bigband oder dem Norwegian Wind Ensemble: Stets erweist sich Wollny als unendlich kreativer Partner für andere Musiker*innen entsprechenden Temperaments. Dieses Konzert bietet die seltene Gelegenheit, ihn solo am Klavier zu erleben. Sein musikalisches Empfindungsvermögen ist gleichzeitig wunderbar kultiviert und offen genug, um Musik von Edgard Varèse bis Joachim Kühn, Guillaume de Machaut bis Angelo Badalamenti, Flaming Lips bis Paul Hindemith und Franz Schubert bis Björk zu umfassen. „Wir sind ständig von so vielen unterschiedlichen Komponisten und Musikformen gleichzeitig umgeben“, erklärte er im letzten Jahr dem britischen Journalisten Charles Waring. „Ich versuche, offen für Eindrücke und Ideen aller Art und von überall her zu bleiben.“
www.michaelwollny.com

Ambrose Akinmusires jüngste Komposition, eigens für das Jazzfest Berlin geschrieben, wurde von vier Liedern einer Frau namens Mattie Mae Thomas inspiriert. Ein Musikwissenschaftler der amerikanischen Library of Congress nahm sie im Jahr 1939 während einer Forschungsreise zum Mississippi Staatsgefängnis auf, das Generationen von Afroamerikaner* innen besser unter dem Namen Parchman Farm bekannt ist. Mattie Mae Thomas war dort im Frauengefängnis inhaftiert. Sonst ist nichts weiter über sie bekannt – weder über ihr Alter, noch über ihre Umstände, ihr Vergehen oder ihr weiteres Geschick. Nur diese vier außerordentlichen Stücke bewahren die Erinnerung an eine Sängerin von enormem natürlichen Talent, Selbstbewusstsein und emotionaler Tiefe. Als Akinmusire die Aufnahmen zum ersten Mal hörte, erinnerten sie ihn an den Gesang seiner Großmutter, die in Mississippi geboren wurde und dort den Großteil ihres Lebens verbrachte. Der Trompeter selbst wurde 1982 im kalifornischen Oakland geboren und ist heute einer der herausragenden Jazzmusiker des 21. Jahrhunderts.

Kompositionsauftrag von Berliner Festspiele / Jazzfest Berlin

www.ambroseakinmusire.com
www.facebook.com/DeanBowmanSolo/
www.geraldclayton.com
www.marvinsewell.com
www.joesandersbass.com
www.kendrickscott.com

20:00
Michael Wollny
Michael Wollny piano

21:30
Ambrose Akinmusire
Ambrose Akinmusire trumpet
Dean Bowman vocals
Gerald Clayton piano
Marvin Sewell guitar
Joe Sanders double bass
Kendrick Scott drums

Michael Wollny