Helga Wretman

Helga Wretman

© the artist

Helga Wretman: In-Group Photo

09.06.2018, 16.00 & 05.08.2018, 14:00 & 16:00

Workshop zur Ausstellung „Welt ohne Außen“

  • Die Teilnahme an allen Workshops im Rahmen von „Welt ohne Außen“ ist kostenlos (mit Ausstellungsticket).

    Die WoA-Dauerkarte berechtigt für die gesamte Laufzeit zum Besuch der Ausstellung sowie zur Teilnahme an allen Workshops und Aufführungen.

    Voranmeldung:

    Spontane Teilnahme ist möglich und erwünscht.
    (Begrenzte Platzkapazitäten, Zutritt jeweils nach Verfügbarkeit.)

    Weitere Informationen bei Anmeldung

Das menschliche Gehirn ist so angelegt, dass es stark unterschiedliche Verhaltensweisen initiiert, je nachdem ob es mit einer sogenannten „In-Group“– mit Menschen, mit denen die Person bereits eine emotionale Beziehung verbindet oder die ihr vertraut sind – konfrontiert wird oder mit einer „Out-Group“ – Menschen, mit denen sich die Person nicht schon im Voraus identifiziert. Die Empfindung der Vertrautheit in einer „In-Group“ wird üblicherweise als wesentlich für ein Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit angesehen. Körpererfahrungen und Wahrnehmungen in Gruppensituationen generieren durch dieses Verhalten eine bedeutende Datenquelle, die wiederum Zugang zur inneren Welt der Teilnehmer*innen und zu ihrem persönlichen Verständnis dessen gibt, woraus ihr sozialer Kontext besteht.

Die Instabilität unserer derzeitigen ökonomischen und politischen Systeme hat dazu geführt, dass Menschen ein größeres Bedürfnis haben, ihre Identität und das selbstentwickelte Ich zu stärken und so zu einem besseren Gefühl des Dazugehörens zu gelangen. Dies gelingt am leichtesten durch externe Mittel, gestützt von der Annahme, dass, wenn jemand einmal einen externen Aspekt erreicht hat, der ihre oder seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe definiert, es genauso wahrscheinlich ist, dass dies jemand anderem nicht gelungen ist. Dies befeuert eine ohnehin schon existierende wirtschaftliche Ungleichheit und eine starke Versagensangst im Hinblick auf Aspekte wie das eigene Aussehen oder die eigene Berufstätigkeit. Eine oft gewählte Methode, hiermit umzugehen, zeigt sich in „Gruppenfotos“, die verwendet werden, um sowohl „In-Group“- als auch „Out-Group“-Empfindungen zu stärken. Bilder von Menschen in Gruppen sind heute aus unseren täglichen visuellen Erfahrungen nicht mehr wegzudenken und es scheint, als würden sie umso häufiger auftreten, als Spannungen bezüglich unserer Konzepte von Identität, Rasse, Religion und Sicherheit zunehmen.