William Basinski / Evelina Domnitch & Dmitry Gelfand: 10000 Peacock Feathers in Foaming Acid

William Basinski / Evelina Domnitch & Dmitry Gelfand: 10000 Peacock Feathers in Foaming Acid

© Berliner Festspiele

Abschlusskonzert

William Basinski / Evelina Domnitch & Dmitry Gelfand: 10000 Peacock Feathers in Foaming Acid

The New Infinity – Neue Kunst für Planetarien

14. Oktober 2018, 19:00 & 20:30

Ein Vakuum oder Halbvakuum wird von einer schwerkraft- und temperaturempfindlichen elastischen Haut umhüllt – das Szenario eines frühen Universums, einer Seifenblase und später einer biologischen Membran. Die Erforschung von Seifenfilm führte schon seit der Renaissance zu einer großen Vielfalt an Entdeckungen in den Bereichen der Optik, Mathematik, Thermodynamik und Elektrochemie. Unter den ersten Instrumenten der analogen Berechnung war der Seifenfilm-Rechner des 19. Jahrhunderts, der sich mit geometrischen Fragen geringer Oberflächenbereiche befasste. Derzeit werden Seifenfilm-Softdrives zur Modellierung von Schwarzen Löchern und Superstring verwendet.

In „10000 Peacock Feathers in Foaming Acid“ verwenden Domnitch und Gelfand mit William Basinski Laserlicht, um die Oberflächen von kernbildenden oder sich auflösenden Gruppen von Seifenblasen zu scannen. Anders als normales Licht vermag es der konzentrierte Strahl des Lasers, durch die Mikro- und Nanostrukturen in der Haut der Seifenblasen hindurchzukriechen. In ganz bestimmte Winkel gerichtet generiert dieses durchdringende Licht eine großflächige Projektion molekularer Interaktionen sowie verblüffende Phänomene nicht-linearer Optik. Aus derart unmittelbarer Nähe betrachtet, erinnert das Verhalten der Blasen an die Dynamik lebender Zellen, deren Lipidmembrane direkte chemische Nachfahren von Seifenfilm sind.