Konzert

Adam Pierończyk feat. Gary Thomas / Leszek Możdżer / Tomasz Stańko ‘Litania’

Adam Pierończyk

Adam Pierończyk

© Lech Basel

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Adam Pierończyk feat. Gary Thomas

Adam Pierończyk gehört zu einer jüngeren Generation polnischer Musiker, die sich relativ unbefangen mit der Jazzgeschichte ihres Heimatlandes auseinandersetzt und ohne jeden ideologischen Ballast in die Zukunft tragen kann, was sie von den Altvorderen auf den Weg bekommen hat.

Wenn der Saxofonist sich auf seiner CD Komeda – The Innocent Sorcerer der Klangwelt des großen Jazzpioniers und Film-Komponisten Komeda annimmt, kann er ohne Nostalgie und persönliche Empathie einfach die ungebrochene Schönheit dieser Musik zelebrieren. Wie einst Komeda versteht sich heute auch dessen international angesehener musikalischer Nachfahr Pierończyk darauf, aus relativ einfachen Mitteln einen grenzenlosen Zauber der Klänge zu entfachen.

Neben seiner Arbeit an dem Komeda-Projekt hat der in Krakow lebende Saxofonist auch mit polnischen Musikern wie Tomasz Stańko oder Leszek Możdżer sowie internationalen Stars wie Greg Osby, Sam Rivers, Archie Shepp und Ted Curson gespielt.

Leszek Możdżer

In Polen gibt es eine lange Tradition von Klavier-Ästheten, die geistig direkt auf Frédéric Chopin zurückgeht. Nach Krzysztof Komeda, Mieczysław Kosz und Adam Makowicz macht seit geraumer Zeit vor allem der Pianist Leszek Możdżer über die Grenzen des eigenen Landes hinaus von sich reden. Was die Frankfurter Allgemeine vor Jahren als Potential erkannte, ist heute Wirklichkeit. Das polnische Ausnahmetalent ist inzwischen zum gefeierten „Stern des Ostens“ avanciert.

Możdżer, der Dutzende von Tonträgern mit allen Stars der polnischen Szene und darüber hinaus mit Größen wie John Scofield, Pat Metheny oder Lars Danielsson eingespielt hat, verbindet nicht nur die emotionale Spontaneität des Jazz mit dem Nuancenreichtum der großen Klassik-Virtuosen, er kennt auch innerhalb des Jazz keinerlei Grenzen.

Mit seinem Solo-Projekt Komeda gelingt es ihm, tief und detailliert in das Universum des Filmkomponisten einzudringen. Mehr noch, er übersetzt seinen großen Vorfahren in die Klangwelt der Klassik zurück, aus der dieser 40 Jahre zuvor seine entscheidenden Impulse erhalten hat.

Tomasz Stańko ‘Litania’

Seit den 70er Jahren gehört der Trompeter Tomasz Stańko zu den herausragenden Persönlichkeiten des polnischen Jazz. In der Band von Krzysztof Komeda begann er 1963, eleganten, filmgetränkten Postbop zu spielen. Schon damals beeindruckte er mit seinem rauen, vokalen Ton. 1970 konvertierte er zum Free Jazz, wurde Mitglied von Alex von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra und veröffentlichte seinen ersten Komeda-Tribut Music For K, 1976 nahm er mit Balladyna als erster Musiker des Ostblocks ein Album für ECM auf. Er experimentierte auch mit Rock- und Funk-Jazz sowie mit elektronischer Musik.

Als Ende der achtziger Jahre viele Musiker Polen den Rücken kehrten, blieb er im Land und wurde zum Botschafter des polnischen Jazz schlechthin. Seine Erfahrung an der Seite Komedas blieb über all die Jahre ein immanenter Bestandteil seiner Musik, der sich auf höchst unterschiedliche Weise manifestierte.

1996 spielte Stańko für ECM das Album Litania ein – ein ganz skandinavisch besetzter Komeda-Tribut, von dem der Schwede Joakim Milder in die aktualisierte JazzFest Berlin 2011-Version mit den Mitgliedern des Wasilewski Trios sowie dem amerikanischen Saxofonisten Mark Turner übernommen wurde.

Adam Pierończyk feat. Gary Thomas

‘Komeda – The Innocent Sorcerer’

Adam Pierończyk saxophones
Gary Thomas tenor saxophone
Nelson Veras guitar
Max Mucha bass
Łukasz Żyta drums

Leszek Możdżer

Leszek Możdżer piano

Tomasz Stańko ‘Litania’

Tomasz Stańko trumpet
Mark Turner saxophone
Joakim Milder saxophone
Marcin Wasilewski piano
Sławomir Kurkiewicz bass
Michał Miśkiewicz drums

Tomasz Stańko ‘Litania’ mit freundlicher Unterstützung von

Logos Warschau und Estrada