Graffiti Casa di Giulietta, Verona

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Foto: https://voteformytrio.wordpress.com

Konzert
Berliner Orchester

Berliner Philharmoniker

Daniel Harding, Leitung
Heimspiel II

Mit Berliozʼ „Roméo et Juliette“ präsentieren die Berliner Philharmoniker, der Rundfunkchor Berlin und Daniel Harding eine dramatische Symphonie mit Chor. Deren phantastische Kühnheit und gewagte Kombinationen haben schon die Ohren Richard Wagners angeregt.

Einführung jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn

„Ich sah die Liebe, die so rasch wie ein Gedanke entsteht, die wie Lava brennt, die gebieterisch, unwiderstehlich, gewaltig und rein und schön wie eines Engels Lächeln ist; ich war Zeuge jener wütenden Racheszenen, jener glühenden Umarmungen, jener verzweifelten Kämpfe der Liebe und des Todes. Das war zu viel, und schon im dritten Aufzug, nur mühsam atmend und leidend, als ob eine eiserne Hand mein Herz umklammerte, sagte ich mit voller Überzeugung zu mir selbst: ,Ach! Ich bin verloren!‘“ So erlebte Hector Berlioz seinen Memoiren zufolge Shakespeares „Romeo and Juliet“, gespielt von einer englischen Theatertruppe in Paris. Damit nicht genug. „Soeben hatte ich Shakespeare erlebt; kurz darauf sah ich an einem anderen Punkt des Horizonts den gewaltigen Beethoven auftauchen. Er erschütterte mich fast so stark, wie Shakespeare es getan hatte. Er eröffnete mir in der Musik eine neue Welt, wie der Dichter mir in der Poesie ein neues Weltall enthüllt hatte.“

Ein Dutzend Jahre dauerte es, bis Hector Berlioz die Erschütterungen zu einer Komposition sublimieren konnte – zu „Roméo et Juliette“, einer abendfüllenden „Dramatischen Symphonie“. Die Form gab und gibt es sonst nicht. Manches lässt er als chorisches Rezitativ singen wie in einer alten Passion, manches wie ein Lied, anderes wie Oper im Konversationsstil oder wie ein veritables Opernchorduell. Nur eine Rolle ist mit einem Sänger besetzt: nicht die der Protagonisten, sondern diejenige des Vermittlers, des Paters Lorenzo, der auf der Seite der Liebenden steht. Das meiste ereignet sich allein in Musik, symphonisch in allen Satztypen, die das Genre zur Verfügung stellt. Das Gesamtkunstwerk appelliert an alle Formen der Wahrnehmung: der konkreten, bei der das Wort dominiert, und der abstrakten, wie sie die Musik verlangt. Nur die allerkonkreteste, die visuelle, überlässt der Komponist der Fantasie.

Konzertprogramm

Hector Berlioz (1803 – 1869)
Roméo et Juliette
Symphonie dramatique
für Soli, Chöre und Orchester op. 17 (1839)
Text von Émile Deschamps nach William Shakespeare

Besetzung

N.N. Mezzosopran
Andrew Staples Tenor
Shenyang Bassbariton

Rundfunkchor Berlin
Gijs Leenaars Einstudierung

Berliner Philharmoniker
Daniel Harding Leitung

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin