Hotel Strindberg. Videotrailer

© Burgtheater, Wien / Theater Basel

Theater
10er Auswahl

Hotel Strindberg

von Simon Stone nach August Strindberg
aus dem Englischen von Martin Thomas Pesl

Burgtheater, Wien / Theater Basel

Wiener Premiere 26. Januar 2018
Basler Premiere 16. Januar 2019

Als Voyeur*innen lässt Simon Stone sein Publikum in die Räume eines Hotels blicken, in denen seine grandiosen Schauspieler*innen den Strindbergʼschen Kosmos ins Heute transferieren und in ein Panorama zeitgenössischer Beziehungen übersetzen.

  • 4 Stunden 15 Minuten, zwei Pausen
  • in deutscher Sprache mit englischen Übertiteln

So, 5.5. Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Aus August Strindbergs Kosmos hat der Regisseur und Autor Simon Stone mit seinem hervorragenden Ensemble ein Hotel gemacht, in dem sich Männer und Frauen an einem Abend in grotesken, tragischen und komischen Beziehungen begegnen. Wie der Fotograf in Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ sind wir, das Publikum, Voyeur*innen, sammeln Hinweise, lösen Rätsel, sind konfrontiert mit Banalitäten, mit Abgründen und intimsten Geheimnissen. Es ist die Geschichte einer Gesellschaft an einem Abend, in der wir tief in die finstersten Ecken des menschlichen Herzens blicken.

Statement der Jury

Simon Stone hat sich die rabiate und dabei zutiefst menschliche Streitkultur des August Strindberg vorgenommen und damit wieder einen Klassiker der Dramenliteratur auf unmittelbare Gegenwart gebürstet. In „Hotel Strindberg“ fließen Motive von gleich mehreren, auf Bühnen meist weniger beachteten Theaterstücken und Erzählungen des schwedischen Unruhegeists ein (u. a. „Der Vater“, „Gespenstersonate“, „Der Pelikan“ oder „Gläubiger“), auch Erlebnisse aus dem Leben des Dramatikers selbst, verwoben zu einem Kaleidoskop Strindbergscher Momente von heute. Das Publikum blickt auf synchron ablaufende Szenen in den Zimmern eines Hotels, in dem nonstop Beziehungen auf dem Spiel stehen. Der Abend läuft wie eine lange, rhythmisierte Ballade ab, bei der die Schauspieler*innen den Sound an einem Set-up live mitproduzieren. Die Konflikte nehmen mehr und mehr surreale Züge an, die Figuren beginnen sich aufzulösen zu einem wahnhaften Gespinst im Drang, der Welt abhanden zu kommen. Ein Meisterwerk der Überschreibung.

Besetzung

Regie Simon Stone
Bühne und Kostüme Alice Babidge
Licht Michael Hofer
Musik Bernhard Moshammer
Dramaturgie Klaus Missbach

Mit
Franziska Hackl, Barbara Horvath, Roland Koch, Caroline Peters, Max Rothbart, Aenne Schwarz, Michael Wächter, Martin Wuttke, Simon Zagermann

Das Gastspiel in Berlin wird unterstützt durch Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.