Dionysos Stadt. Videotrailer

© Münchner Kammerspiele

Theater
10er Auswahl

Dionysos Stadt

Antikenprojekt von Christopher Rüping

Münchner Kammerspiele

Uraufführung 6. Oktober 2018

In seinem knapp zehnstündigen Antikenmarathon „Dionysos Stadt“ erzählt Christopher Rüping nicht nur die Geschichte des Menschen, sondern lässt zugleich die Tradition des antiken Theaters als Versammlung und Volksfest wieder auferstehen.

  • 9 h 30 min, drei Pausen
  • in deutscher Sprache mit englischen Übertiteln

Sa, 11.5., 13:15 Moderiertes Einführungsgespräch zur Inszenierung in deutscher Sprache mit englischer Übersetzung
So, 12.5. Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

10 Stunden Theater über Prometheus, Achill, Kassandra, Elektra und Odysseus, über die Macht der Gött*innen, den Fluch der Atriden, nicht enden wollende Kriege. Was gehen uns die Probleme von damals an? Einiges! Der Regisseur Christopher Rüping und die Schauspieler*innen vergegenwärtigen die Figuren, Texte und politischen Umstände des griechischen Dramas. Dabei erzählen sie nicht nur alte Geschichten in zeitgenössischer Manier, sondern lassen die Tradition des antiken Theaters als Volksfest und -versammlung zugleich wieder aufleben. Ein Rausch für alle Sinne.

Statement der Jury

Es ist selten, dass man Monate nach einem Theaterabend noch so genau weiß, wie man ihn durchlebte, wie man lachte und staunte, mitunter auch nur beiwohnte, bald wieder mitgerissen wurde, wie man sich so sehr als Teil des Ereignisses empfand. Christopher Rüping erzählt in seinem zehnstündigen Antikenmarathon „Dionysos Stadt“ die Geschichte des Menschen, der von Prometheus das Feuer zum Werken empfing und es doch nur zum Brandschatzen gebraucht. Gespeist aus diversen alten und neueren Quellen führt die Reise vom Prometheus-Mythos über den Krieg um Troja bis zu dessen Nachwehen in der Familientragödie der „Orestie“. Im Satyrspiel begegnet man schließlich einem modernen Heroen: dem melancholischen Fußballgott Zinédine Zidane und dessen Fall im WM-Endspiel 2006. Zwischen den einzelnen Teilen gibt es ausgiebige Pausen, Verköstigungen. Denn mindestens so sehr wie durch seine ausgeklügelte Dramaturgie besticht der Abend als Fest. Mit dezidiert legerer Geste laden die Spieler*innen ihr Publikum ein teilzunehmen, mitunter auf der Bühne zu siedeln, räumlich nahe am Geschehen zu sein. Es ist ein großes und entspanntes Theater. Die Wiederentdeckung der Geselligkeit.

Besetzung

Regie Christopher Rüping
Bühne Jonathan Mertz
Kostüme Lene Schwind
Musik Jonas Holle, Matze Pröllochs
Video Susanne Steinmassl
Licht Christian Schweig, Stephan Mariani
Dramaturgie Valerie Göhring, Matthias Pees
Host & Environment Felix Lübkemann

Mit
Maja Beckmann, Majd Feddah, Nils Kahnwald, Gro Swantje Kohlhof, Wiebke Mollenhauer, Jochen Noch, Matze Pröllochs, Benjamin Radjaipour

Das Gastspiel in Berlin wird unterstützt durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.