Unendlicher Spaß

Unendlicher Spaß. Devid Striesow, Ursina Lardi

© David Baltzer / Agentur Zenit

Theater
10er Auswahl

Unendlicher Spaß

von David Foster Wallace
in der Übersetzung von Ulrich Blumenbach
in einer Textfassung von Thorsten Lensing unter Mitarbeit von Thierry Mousset und Dirk Pilz

Eine Produktion von Thorsten Lensing
Koproduktion HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Schauspiel Stuttgart, Schauspielhaus Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Theater im Pumpenhaus Münster, Sophiensæle, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

Premiere 22. Februar 2018

Thorsten Lensing und sein virtuoses Ensemble haben sich den postmodernen Roman „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace vorgenommen und zelebrieren auf einer nahezu leeren Bühne die Macht des Worts und der Schauspielkunst.

  • 3 h 50 min, eine Pause
  • in deutscher Sprache mit englischen Übertiteln

So, 5.5. Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

„Ich will darüber schreiben, wie es sich anfühlt, heute zu leben, statt davon abzulenken.“ So charakterisierte David Foster Wallace seinen Versuch, mit „Unendlicher Spaß“ auf 1.500 Seiten die gegenwärtige Welt zu erzählen. Er schreibt deshalb über Geburten und Todeskämpfe, über Schneestürme, Liebes- und Trennungsgeschichten, übertriebenen Speichelfluss, bildschöne Krankenschwestern und Vögel, die mitten im Flug einen Herzinfarkt erleiden. Der Regisseur Thorsten Lensing und sein herausragendes Ensemble nähern sich den ebenso tragischen wie komischen Figuren mit großer Ernsthaftigkeit und einer ungeheuren Leichtigkeit zugleich.

Statement der Jury

1996 veröffentlichte David Foster Wallace seinen postmodernen 1.500-Seiten-Roman „Infinite Jest“, der 2009 auf Deutsch herauskam. Der Regisseur Thorsten Lensing, Jahrgang 1969, und sein Team kondensieren den Stoff zu einem fast vierstündigen Theaterabend. Ihre über Jahre erarbeitete Spielfassung konzentriert sich dabei auf die Protagonist*innen des Romans und ihre Beziehungen zueinander. Die herausragenden Schauspieler*innen entwickeln ihre Figuren aus deren Macken und Handicaps und kümmern sich dabei nicht um eindeutige Geschlechterzuschreibungen. Vielmehr spielen Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow auf beinahe leerer Bühne mit sich und einfachsten Theatermitteln. Sie erzählen Geschichten über das Elend der eigenen Existenz und die Unwägbarkeiten des Lebens und wie nebenbei auch vom Seelenzustand einer Nation. Das ist bedenklich traurig, an diesem Abend aber auch immer wieder überbordend komisch.

Besetzung

Regie Thorsten Lensing
Mitarbeit Regie Benjamin Eggers-Domsky
Bühne Gordian Blumenthal, Ramun Capaul
Kostüme Anette Guther
Dramaturgie Thierry Mousset

Mit
Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski, Devid Striesow

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Stadt Münster.