Oratorium. Videotrailer

© She She Pop

Theater
10er Auswahl

Oratorium

Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis

Eine Produktion von She She Pop
Koproduktion HAU Hebbel am Ufer, Festival Theaterformen, Münchner Kammerspiele, Schauspiel Stuttgart, Kaserne Basel, Schauspiel Leipzig, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm, FFT Düsseldorf, Konfrontacje Teatralne Festival Lublin, ACT Independent Theater Festival Sofia

Premiere Berlin 9. Februar 2018

Wie stets bei She She Pop, die im vergangenen Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feierten, nistet das Politische im Privaten, im biografischen Material. Diesmal macht das Performance-Kollektiv Geld, Eigentum und Scham zum Thema.

  • 1 h 40 min, ohne Pause
  • in deutscher Sprache mit englischer Live-Übersetzung

So, 5.5. Verleihung des Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung an She She Pop
So, 12.5. Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung

Weitere Spieltermine
3. und 4.10.2019, 20:00
Tickets nur über HAU – Hebbel am Ufer

Eigentum verändert das Bewusstsein. Es trennt Freund*innen, es erteilt Macht über andere, es schließt aus. Eigentum ist selbstverständlich. Und man spricht nicht darüber. Wirklich nicht? She She Pop pfeifen auf Konventionen: Gemeinsam mit dem Chor der lokalen Delegierten und dem Publikum zerren sie das Geheimnis des Eigentums auf die Bühne. Inspiriert von Brechts Lehrstücktheorie zeigen sie einen dialogischen Theaterabend und bilden uneinige Sprechchöre mit Publikumsbeteiligung, die den Umgang mit Besitz und dessen Konsequenzen verhandeln.

Statement der Jury

Über Geld redet man nicht. Das Performance-Kollektiv She She Pop schert sich nicht darum und macht das Privateigentum, Ungleichheit und Scham zum Thema. Das allerorten beschworene „Wir“ konkretisiert sich dabei fast von selbst. Die Zuschauer*innen werden eingeladen, sich zu beteiligen, zuerst als Bürger*innenchor mit vorgeschriebenem Text, was einen ebenso aufschlussreichen wie komischen Dialog nach sich zieht. Später sind sie aufgerufen, sich als Erb*innen auf der Bühne zu outen. Doch niemand wird vorgeführt, alle sind willkommen. She She Pop formieren das Publikum zum vielstimmigen Chor und vollziehen in ihrem musikalisch austarierten Oratorium die versprochene „Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis“, die Brecht und seine Lehrstückpoetik ebenso huldigt wie auf die Schippe nimmt. Wie immer bei She She Pop nistet das Politische im Privaten, im biografischen Material. Die revolutionär schönen Kostüme von Lea Søvsø dienen dabei mal als Fahne, mal als Umhang. Als ebenso wendig erweisen sich die Akteur*innen auf der Bühne. Kurz: ein Abend, der die richtigen Fragen stellt und sich vorschnellen Antworten verweigert.

Besetzung

Von und mit She She Pop (Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf sowie dem Chor der lokalen Delegierten
Der Chor der lokalen Delegierten Susanne Scholl, Saioa Alvarez Ruiz, Brigitte Cuvelier, Jean Chaize, Wenke Seemann, Antonio Cerezo, Jan Sobolewski

Bühne Sandra Fox
Kostüme Lea Søvsø
Musikalische Leitung Max Knoth
Trompete Richard Koch
Vibraphon Karl Ivar Refseth
Künstlerische Mitarbeit Ruschka Steininger
Dramaturgische Mitarbeit Peggy Maedler, Annett Gröschner

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa