Etienne Carjat, Gioacchino Rossini, 1895

Etienne Carjat, „Gioacchino Rossini“, 1895

© Wikimedia Commons

Konzert / Matinee

Alexander Melnikov

Matinee

Hector Berlioz führt durch das Musikfestprogramm 2019. Seine Wirkungsgeschichte ist selbst dort zu spüren, wo er nicht in Kompositionen präsent ist. In dieser Matinee wird er von Alexander Melnikov mit den Taten guter Freunde willkommen geheißen. Rossinis Opern schätzte Berlioz sehr, und er schoss seine spitzen, bisweilen giftigen Verbalpfeile auf alle, die er bei der Verunstaltung von dessen Partituren durch Kürzungen, Retuschen oder Schlamperei erwischte. An den Klavierstücken, die der verehrte Kollege nach Beendigung seiner Opernkarriere schrieb, hätte er seine Freude gehabt. Diese Lebens-, Erlebens- und Ablebensberichte in Tönen nehmen Eric Satie, Charles Ives und Richard Strauss in einem vorweg, und das mit jener verschmitzt-heiteren Miene, mit der Vladimir Horowitz später ins Publikum blickte, wenn er einen Fehler gemacht hatte.

Der zweite Gruß stammt von Franz Liszt, der als Weimarischer Hofkapellmeister viel für Berlioz’ Bekanntheit in Deutschland tat. Lange vor dieser Zeit bannte er die „Symphonie fantastique“ ins Leistungsspektrum seiner beiden Pianistenhände. Das war etwas ganz anderes als die Klavierausgaben zu zwei oder vier Händen, in denen Orchesterwerke damals parallel zu den Partituren veröffentlicht wurden. Liszt demonstrierte die große Kunst der Suggestion, die nach Robert Schumanns Worten „aus dem Klavier ein Orchester von wehklagenden und lautjubelnden [man müsste die tänzerisch-beschwingten, naturhaften und infernalischen ergänzen] Stimmen macht.“

Konzertprogramm

Gioacchino Rossini (1792 – 1868)
Späte Klavierwerke
unter anderem aus den Péchés de vieillesse (1857 – 1868)

Hector Berlioz (1803 – 1869)
Symphonie fantastique op. 14a
bearbeitet für Klavier von Franz Liszt (1833)

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin