Ausstellung

Junge Fotokunst aus Berlin

Berlinskaja Lazur

19. Dezember 2003 bis 16. Februar 2004

In der Ausstellung waren vertreten: Nina Fischer / Maroan el Sani (1965/1966), Petra Karadimas (1967), Christoph Keller (1967), Andreas Koch (1970), Suzanna Lauterbach (1965), Albrecht Schäfer (1967), Maria Sewcz (1960), Heidi Specker (1962), Wolfgang Stahr (1969).

Die Ausstellung „Junge Fotokunst Berlinskaja Lazur“ präsentierte neun in Berlin lebende Künstlerinnen und Künstler der jüngeren Generation, die im Medium der Fotokunst arbeiten. Ausgangspunkt der ausgewählten Werke ist jeweils die Stadt Berlin und ihre komplexen sozialen, physischen und mentalen Transformationen.

Am Beispiel Berlins reflektiert die Ausstellung sowohl die Konstruktion und Reproduktion von Raum als auch die Wahrnehmung des urbanen Raumes an sich. In einem Nebeneinander unterschiedlicher Blickwinkel und künstlerischer Methoden entsteht eine multiple Perspektive auf die Stadt, in der diese Künstler leben und arbeiten, wie die folgenden, exemplarisch genannten drei Beispiele aus der Ausstellung verdeutlichen sollen: Die Fotoarbeiten von Heidi Specker konzentrieren sich auf die Architektur Berlins und fokussieren mit einem kühlen Blick die Fassaden der anonymen Büroneubauten und ihre architektonischen Masken.

Demgegenüber hat Andreas Koch sich den in Berlin-Mitte gelegenen Rosenthaler Platz vorgenommen, an dem die schicke Spandauer Vorstadt auf das arme „NoTo“, den Bereich nördlich der Torstraße, trifft. Diesen Ort urbaner Kollision hat er in einer subtilen Montage von sämtlichen Menschen, Autos, Häusern und Werbetafeln befreit. Plötzlich liegt der Platz in seiner architektonischen Heterogenität ganz nackt vor uns. Nina Fischer und Maroan el Sani behandelten in ihrem Projekt „Klub 2000“ den Mythos Berlins als Zentrum von Club-Culture und elektronischer Musik.

Es zeigte sich, dass die Künstler- und Clubszene, die zunächst die „leere Mitte“ Berlins eroberte und dadurch einen bedeutenden Imagegewinn für die Stadt bedingte, mittlerweile von teuren Restaurants und Edelboutiquen aus dem Zentrum an die Peripherie gedrängt wird. „Klub 2000“ besteht aus einem 16-mm-Kurzfilm über zwei Protagonisten, die im Trabantenbezirk Marzahn einen Club eröffnen wollen, und einer Serie von Fotografien der Eingänge der mittlerweile verschwundenen Clubs in Mitte, allerdings bei Tage und von außen. „Phantomklubs“, wie Fischer/el Sani es nennen.

Der russischsprachige Titel der Ausstellung „Berlinskaja Lazur“, die Bezeichnung für „Berliner Blau“, wies darauf hin, dass die Ausstellung im Rahmen der Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/2004 entstanden ist. Sie wurde im Anschluss an die Präsentation im Martin-Gropius-Bau ab März 2004 im Moskauer Haus der Fotografie gezeigt. Die Auswahl der für das Projekt eingeladenen Künstlerinnen und Künstler rekrutierte sich ausschließlich aus den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin. „Berlinskaja Lazur“ ist die russische Bezeichnung für „Berliner Blau“.

Veranstalter: Neuer Berliner Kunstverein
Kurator: Alexander Tolnay, Berlin
Ausstellungsstationen: Berlin: Martin-Gropius-Bau, Moskau: Haus der Fotografie