Ausstellung

Berlin – Moskau / Moskau – Berlin 1950–2000

von heute aus

25. September 2003 bis 5. Januar 2004

Plakat zur Ausstellung „Berlin – Moskau“

Plakat zur Ausstellung „Berlin – Moskau“

Am 28. September eröffnete im Martin-Gropius-Bau der zweite Teil der großen Ausstellung „Berlin – Moskau / Moskau – Berlin“. Die bewegenden Jahrzehnte zwischen 1950 und 2000 im Fokus, führte der Blick „von heute aus“ zurück auf fünfzig Jahre russisch-deutscher Kunstbeziehungen. Auf mehr als 5000 Quadratmetern wurden Positionen von rund 200 Künstlerinnen und Künstlern in 500 Werken in spezifischen, nach Themen geordneten künstlerischen Konstellationen präsentiert. Malerei, Plastik und Skulptur, Video- und Filmkunst sowie raumgreifende Installationen, teilweise für diese Ausstellung geschaffen, erlaubten direkte und so noch nie gezeigte Gegensätze und Übereinstimmungen in Ost und West.

Der Blick auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts behandelte jedoch weniger den kulturellen Austausch der beiden Städte und Länder als vielmehr das Verhältnis zwischen den Systemen nach dem Zweiten Weltkrieg im Bezug auf die visuellen Künste. Pablo Picasso und Willi Sitte, Andy Warhol und Komar und Melamid verdeutlichten, dass es sich nicht um eine Kunst-Binationale handelte, sondern um internationale Auseinandersetzungen in der Kunst seit 1950 bis in unsere unmittelbare Gegenwart.

Über 40 künstlerische Konstellationen mit Werken von drei Künstlergenerationen erwarteten den Besucher. Die „Russenbilder“ von Georg Baselitz beispielsweise dokumentierten die Verarbeitung und Interpretation russischer Vorbilder aus den 1940er bis 60er Jahren, während Thomas Demand und Thomas Scheibitz – beide in den 60er Jahren geboren – als deutsch-deutsche Konstellation unter dem Motto „Modell Realität“ gesehen wurden.

Ziel der Ausstellung war es, die Werke von ihren ursprünglichen Zuordnungen zu befreien, um einen neuen Blick zu gestatten. Dabei stand die Frage nach dem Verhältnis von Massenkultur und künstlerischer Einzelleistung immer wieder im Mittelpunkt. Eine Fotogalerie mit Ikonen der Zeitgeschichte ebenso wie mit bislang unbekanntem Material führte durch mehr als fünfzig Jahre zwischen Moskau und Berlin, Berlin und Moskau.

Veranstalter: Berliner Festspiele und Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung des Bundes, dem Kulturministerium der Russischen Föderation und dem Stas Namin Zentrum Moskau; im Rahmen der Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/2004. Ermöglicht durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Schirmherrschaft: Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation, Johannes Rau, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
Kuratoren: Pawel Choroshilow, Moskau, Jürgen Harten, Berlin
Ausstellungsstationen: Berlin: Martin-Gropius-Bau, Moskau: Historisches Museum