Ausstellung

Warum!

Bilder diesseits und jenseits des Menschen. Zeitgenössische Kunstausstellung zum Ersten Ökumenischen Kirchentag

28. Mai bis 3. August 2003

Plakat zur Ausstellung „Warum!“

Plakat zur Ausstellung „Warum!“

Am 28. Mai 2003, dem Vortag von Christi Himmelfahrt, begann in Berlin der erste Ökumenische Kirchentag. Erstmals seit der Reformation präsentierten sich evangelische und katholische Christen – mit 53 Millionen die größte gesellschaftliche Gruppe Deutschlands – auf einem gemeinsamen Kirchentag. In Berlin werden zu diesem bedeutenden nationalen und europäischen Ereignis 150 000 Gäste erwartet.

Den Trialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Glaube zu fördern, ist seit 15 Jahren das Anliegen der Guardini Stiftung. Gemeinsam mit der Kulturstiftung St. Matthäus hat sie anlässlich des Kirchentages in den vorherigen zwei Jahren ein großes Kulturprogramm vorbereitet. Es trug den Titel „Was ist der Mensch?“ und wurde im Januar 2003 in der Neuen Nationalgalerie feierlich eröffnet.

Die zentrale Veranstaltung des Kulturprogramms war die Kunstausstellung „Warum! Bilder diesseits und jenseits des Menschen“, die im Berliner Martin-Gropius-Bau gezeigt wurde. Der Titel bezog sich auf eine Schrift von Anselm von Canterbury, der im Jahr 1068 mit „Cur deus homo – Warum Gott Mensch geworden“ zum ersten Mal die Frage nach dem Warum der Menschwerdung Gottes gestellt hat.

Die von Matthias Flügge und Friedrich Meschede kuratierte Ausstellung bezog das theologische Problem im künstlerischen Sinne auf die Situation der Gegenwart. Sie untersuchte anhand ausgewählter Werke von internationalen Künstlern die heutige Lebendigkeit christlicher Motive und Bildvorstellungen in den visuellen Künsten. Ihr Thema folgte dem leitmotivischen Gedanken, im Säkularen das Religiöse und im Religiösen das Säkulare aufzusuchen.

Die Kunst kann keine verbindliche Antwort geben auf die Fragen, die im politischen Raum gestellt werden, gleichwohl hat die mediale Vermittlung von Politik durch Bilder eine Kraft aufgebaut, die Kunst und Gesellschaft wieder enger verbindet, ob man es will oder nicht. Von dieser Prämisse ausgehend führte die Ausstellung Werke zusammen, in denen das „Warum!“ in eine bildnerische Sprache übersetzt wird. Der Betrachter der Ausstellung trat in den Dialog mit den Werken, hatte sich selbst die Antwort auf das „Warum!“ zu geben und konnte dabei Bilder diesseits und jenseits seiner selbst entdecken.

Die Ausstellung wurde präsentiert mit freundlicher Unterstützung von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Kulturstiftung des Bundes, des Hauptstadtkulturfonds, des Ökumenischen Kirchentages, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der DaimlerChrysler AG.

Beteiligte Künstler

Dennis Adams, Pawel Althamer, Samuel Beckett, Joseph Beuys, Louise Bourgeois, Sophie Calle, Peter Campus, John Coplans, Hartwig Ebersbach, Jochen Gerz, Thomas Huber, Max Imdahl, Johannes Kahrs, Martin Kippenberger, Harald Klingelhöller, Willem de Kooning, Mark Lammert, Maria Lassnig, Jonathan Meese, Boris Mikhailov, Juan Muñoz, Bruce Nauman, Gerhard Richter, Anri Sala, Thomas Schütte, Florian Slotawa Kiki Smith, Robert Smithson, Thomas Struth, Hiroshi Sugimoto, Fiona Tan, Wolfgang Tillmans/ Isa Genzken, Patrick Tosani, Mark Wallinger, Andy Warhol, Rémy Zaugg

Veranstalter: Guardini Stiftung e.V. und Stiftung St. Matthäus. Gefördert durch: Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Kulturstiftung des Bundes, Hauptstadtkulturfonds, Erster Ökumenischer Kirchentag, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, DaimlerChrysler AG.
Kuratoren: Matthias Flügge, Berlin, Friedrich Meschede, Berlin