Ausstellung

!AVANTGARDEN!

Kunst in Mitteleuropa 1910–1930

10. November 2002 bis 9. Februar 2003

Plakat zur Ausstellung „!AVANTGARDEN!“

Plakat zur Ausstellung „!AVANTGARDEN!“

Die Ausstellung „!Avantgarden! Kunst in Mitteleuropa 1910–1930“ zeigte, wie sich die verschiedenen avantgardistischen Strömungen in der Kunst in Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien und Deutschland während einer Phase der Moderne zwischen 1910 und 1930 gegenseitig beeinflussten. Wegen des Kalten Krieges sind diese künstlerischen Entwicklungen weitgehend in Vergessenheit geraten. Die langjährige Geschichte Zentraleuropas zeichnet sich durch ein Wechselspiel zwischen Völkern, Nationen, Religionen und Regierungssystemen aus, mit vielfältig ausgebildeten Identitäten, die sich kontinuierlich verwandelten.

Als Reaktion auf diese Veränderungen waren jene Künstler und Intellektuellen, die wir Avantgarde nennen, in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ständig damit befasst, sich neu zu definieren und strukturieren. Sie wurden eine internationale, weltoffene Gemeinschaft, deren beispielloser Zusammenhalt und Einfluss inzwischen Teil des kreativen Erbes der westlichen Welt geworden sind. Im Bereich der Künste äußerte sich diese Entwicklung am deutlichsten in einem Fortschreiten vom Expressionismus zum Konstruktivismus - in den Bildenden Künsten, in Architektur, Design und neuen Kunstformen wie Typografie, Fotografie und Film.

Die Ausstellung zeigte etwa 250 Objekte - Gemälde, Skulpturen und Grafik, aber auch kunsthandwerkliche Objekte (Möbel, Keramik) und Dokumente. Beispiele aus Film, Theater und Musik waren zu sehen. Für die Avantgarde jener Zeit ging die gewagte neue und elementare und visuelle Sprache, welche die Künste beseelte, mit einer fortschreitenden Technologie und rapiden Urbanisierung einher. Es war ihr möglich, nationalistische Zwistigkeiten zu überwinden, welche die damalige politische Atmosphäre stark beeinflussten. Der internationale Konstruktivismus verbreitete sich bald auch im Westen und legte den Grundstock zu Erneuerungen in Bereichen wie Kunst und Kunsterziehung, Design und Städtebau.

Um sich nicht dem Kanon einer linearen Geschichtsschreibung verpflichten zu müssen, zeigte die Ausstellung Prag, Budapest, Wien, Lodz, Berlin und andere Städte als jene „Austauschstätten“, in denen sich künstlerische Auffassungen mit Ereignissen (wie etwa Ausstellungen und Aufführungen) und Situationen (wie etwa Künstlergruppen, Verlage, Galerien, Cafés und Schulen) vermischten. Die Ausstellung wurde organisiert von einem internationalen Team von Kunstwissenschaftlern unter Leitung von Dr. Timothy Benson, Kurator des Robert Gore Rifkind Center for German Expressionist Studies, LACMA.

Veranstalter: Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Los Angeles Museum of Modern Art. Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.
Kurator: Timothy Benson, Los Angeles
Ausstellungsstationen: Los Angeles: Los Angeles County Museum of Art, München: Haus der Kunst, Berlin: Martin-Gropius-Bau