Ausstellung

Ken Adam: James Bond – Berlin – Hollywood

Visionäre Filmarchitektur

1. November 2002 bis 24. Februar 2003

Plakat zur Ausstellung „Ken Adam“

Plakat zur Ausstellung „Ken Adam“

Ken Adam ist der wohl bekannteste Production Designer der Filmgeschichte. Der gelernte Architekt hat in Filmen Welten erschaffen, die jede Wirklichkeit übertrafen. Vielen geläufig ist jene Anekdote über Ronald Reagan, der beim Amtsantritt im Weißen Haus den War Room suchte, wie ihn Ken Adam für Stanley Kubricks Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb (1963) entworfen hatte.

Das Deutsche Filmmuseum widmete dem Werk von Ken Adam eine große Ausstellung, die in Frankfurt am Main zu sehen war, und anschließend im Martin-Gropius-Bau in Berlin präsentiert wurde. Ken Adam wurde 1921 als Klaus Hugo Adam in Berlin geboren, seine Familie besaß das bekannte Sport- und Modegeschäft „S. Adam“ Leipziger / Ecke Friedrichstraße. 1934 wurde die jüdische Familie von den Nazis gezwungen, nach England zu emigrieren. 1941 wurde Ken Adam in die Royal Air Force aufgenommen und war der erste und bis 1944 einzige deutsche Jagdflieger der britischen Luftwaffe.

1947 begann die Filmkarriere von Ken Adam. Mit seiner ersten Oscar-Nominierung 1956 für Around the World in Eighty Days machte er sich einen Namen. Weitere Nominierungen und Ehrungen, darunter zwei Oscars - 1975 für Barry Lyndon, 1994 für The Madness of King George -, sollten folgen. Mit Dr. No begann für den Production Designer Anfang der 1960er Jahre die Arbeit für die James Bond-Reihe. Für den Bond-Film You Only Live Twice entwarf er in London den größten und komplexesten Set, der je in Europa für einen Film gebaut wurde: einen 40 m hohen Vulkan mit einem künstlichen, verschiebbaren Kratersee. Das Vorbild des für Goldfinger entworfenen Fort Knox hatte Ken Adam nie betreten. Aus seiner Feder - er ist der eigentliche Q - stammen viele der verrückten Gadgets der Bond-Filme Die sieben Bond-Filme, die er gestaltete - Moonraker war sein letzter -, machten ihn berühmt und wurden durch seine Bauten berühmt.

Ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere war die Zusammenarbeit mit Stanley Kubrick in Dr. Strangelove. 1972 drehte er wieder mit Stanley Kubrick und erhielt für Barry Lyndon seinen ersten Oscar. Die Filmografie von Ken Adam umfasst mittlerweile über 70 Filme. Im Jahre 2000 gestaltete er im Lichthof des Gropiusbau den zentralen Teil der Ausstellung „Sieben Hügel“, die von 400 000 Besuchern gesehen wurde. Als erster und einziger Filmdesigner erhielt er im Februar 2002 den Life Time Achievement Award. Im Jahr 2000 beendete er die Arbeiten an Taking Sides – Der Fall Furtwängler von István Szabó, die ihn in seine Heimatstadt Berlin zurückführte. Im März 2002 erschien im Nicolai Verlag, Berlin, die von Alexander Smoltczyk verfasste Biografie: „James Bond, Berlin, Hollywood: Die Welten des Ken Adam“.

Veranstalter: Deutsches Filmmuseum Frankfurt.
Kurator: Hans-Peter Reichmann, Frankfurt/Main
Ausstellungsstationen: London: Serpentine Gallery, Berlin: Martin-Gropius-Bau, Frankfurt/Main: Deutsches Filmmuseum