Ausstellung

Das verblaßte Ideal

Zeitgenössische Photographen untersuchen die „Klassik heute“

8. Mai bis 6. Juni 2002

Sieben zeitgenössische Fotografen aus sieben Ländern widmeten sich dem Thema „Klassik heute“. Jenseits klassischer und klassizistischer Oberflächen fotografierten sie Ende März eine Woche lang in Berlin, um ihre Ergebnisse in einer Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau zu präsentieren. Gesellschaftliche Veränderungen lassen Bauwerke entstehen und verschwinden. In Griechenland und Italien als Ruinen einer untergegangenen Hochkultur bewahrt und inszeniert, werden historische Gebäude in Städten wie London, Paris oder Berlin später meist einer Fremdnutzung unterworfen: aus Schlössern wurden Museen, aus Krankenhäusern Verwaltungsgebäude.

Doch Klassik, ihre Rezeption und Adaption, lässt sich nicht allein auf den Bereich der Architektur beschränken. Vielmehr umfasst dieses historische, literarische, ästhetische und politische Phänomen beinahe alle Lebensbereiche. Insbesondere das Ideal des Menschenbildes, in der griechischen Antike geprägt und über die Stilisierung eines Winckelmann bis in die Neuzeit transportiert, ist heute zur bloßen Werbefolie geworden. Klassik wird so zum Crossover einer humanistischen Vorstellung idealer Vorbilder und einer zeitgenössischen Werbeästhetik. Die ausgewählten Fotografen zeigten diese spannungsvolle Entwicklung auf.

Die teilnehmenden Fotografen wurden von den jeweiligen Kulturinstituten vorgeschlagen: Daniel Brogyányi (Slowakei), Annibel Cunoldi (Italien), Kari Hakli (Finnland), Reiner Leist (Deutschland), Jan Ságl (Tschechien), Dimitris Tsoumplekas (Griechenland).

Veranstalter: Griechische Kulturstiftung in Berlin
Kurator: Matthias Harder, Berlin