Igor Levit

Igor Levit

© Robbie Lawrence

Konzert
Beethoven: Klaviersonaten-Zyklus

Igor Levit spielt Beethoven 2 von 8

Sämtliche Klaviersonaten in 8 Konzerten

Bürger – Europäer – Pianist. Diese Begriffe prägen Igor Levit nicht nur als Person des öffentlichen Lebens, sondern auch als Künstler. Kunst und Gesellschaft sind für ihn keine getrennten Sphären. Mit diesem Credo begegnet er auch den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, die er beim Musikfest Berlin 2020 an acht Abenden spielen wird.

20:40 Einführung

Igor Levits Geschichte mit Beethoven begann vor 18 Jahren. Damals hörte der 14-Jährige die „Missa solemnis“ und war überwältigt. Kurz darauf studierte er eine der ersten Beethoven-Sonaten, sie begleitete ihn über mehrere Jahre. 2010 nahm er sich vor, alle aufzuführen und einzuspielen – er hatte bereits durch eine sensationelle Interpretation der „Diabelli-Variationen“ von sich reden gemacht. 2019 vollendete er die Gesamteinspielung der Sonaten. 2020 stellt er die 32 Werke in der Berliner Philharmonie im Rahmen des hauptstädtischen Musikfest Berlin vor.

Sie umspannen einen kreativen Zeitraum von einem guten Vierteljahrhundert. Sie beginnen in der Zeit, als Beethoven in Wien als Klaviervirtuose gefeiert wurde, aber Anerkennung als Komponist erstrebte; sie enden nach dem Tod der Frau, die vielleicht seine „Unsterbliche Geliebte“ war, mitten in der Arbeit an der „Missa solemnis“. Beethoven durchmisst den Kosmos dessen, was damals an Sonaten denkbar schien, von den „leichten“ Stücken, die er dem Geschmack und Spielvermögen der Adressat(inn)en anpasste, bis zu den kühnen Grenzüberschreitern wie der „Hammerklavier“- oder der letzten c-Moll-Sonate. Levit spielt sie nicht in der Chronologie ihrer Entstehung, sondern stellt Werke unterschiedlichen Typus aus verschiedenen Schaffensepochen einander gegenüber, lässt dabei Werkpaare, die kontrastvoll aufeinander bezogen sind, beisammen. Dialoge sollen entstehen, kein Katalog. Sie verlangen eine gemeinsame Basis, aber vor allem prägnante Differenzen. So schärft sich die Klarheit der Konturen und mit ihnen die Beredtheit von Beethovens Musik.

Mehr als die Hälfte seines Lebens begleiten die Beethoven-Sonaten den Pianisten Igor Levit. Begleiten? Zu schwach gesagt. Sie beschäftigen ihn, fordern ihn, er kämpft mit ihnen, geistig, seelisch, physisch. Musik bedeutet für ihn existenzielle Erfahrung und Verausgabung, bedingungslosen Ich-Einsatz in der Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Werk, dem er seine Geheimnisse entlocken will. Er sieht sich nicht als Beethoven-Spezialist. Seine musikalischen Interessen reichen von Bach und dessen Ära bis zu Zeitgenossen ganz unterschiedlicher Stilprägung. Die Approbationsurkunden des sogenannten Klassikbetriebs interessieren ihn dabei nicht. Jede*r Interpret*in trägt, so sagt er, selbst Verantwortung für das, was er spielt, wie er es spielt und in welche Kontexte sie/er seine Arbeit stellt. Zur Verantwortung gehört aber auch, einen begonnen Weg ganz zu gehen. Das erfüllt Igor Levit derzeit mit Gesamtaufführungen aller Beethoven-Sonaten.

Konzertprogramm

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Sonate Fis-Dur op. 78 (1809)

Sonate Es-Dur op.7 (1796/97)

Sonate E-Dur op. 14 Nr. 1 (1798)

Sonate G-Dur op. 14 Nr. 2 (1799)

Sonate Es-Dur op. 81a (1809/10) „Les Adieux“

Besetzung

Igor Levit Klavier

Ein Veranstaltungszyklus der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin im Rahmen von BTHVN 2020 mit 8 Veranstaltungen am 30.08., 05.09., 12.09., 13.09., 18.09., 19.09., 26.09. und 27.09.
Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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