Sir Antonio Pappano

Sir Antonio Pappano

© Fabio Lovino

Konzert

Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia

Sir Antonio Pappano, Leitung
Gastspiel: Rom

Zum ersten Mal beim Musikfest Berlin zu Gast: Chor und Orchester der altehrwürdigen römischen Accademia Nazionale di Santa Cecilia, einer der ältesten Musikinstitutionen der Welt mit seinem Chefdirigenten Sir Antonio Pappano. Mit von der Partie an dem Abend: der Pianist Igor Levit.

19:10 Einführung

Eine Premiere. Zum ersten Mal tritt das Orchestra dell’Accademia di Santa Cecilia beim Musikfest Berlin auf. Es hat eine revolutionäre Gründungsgeschichte. In Italien, dem Land der Oper, wurde es 1908 ins Leben gerufen, um Symphonisches, Instrumentales, aufzuführen. Die Komponisten und Interpreten, die eine solche Initiative forderten und trugen, beklagten schon länger eine Einseitigkeit im Musikleben ihres Landes. Auf dem Gebiet der Oper war man führend, wenn auch nicht unbestritten. In der Musik für den Konzertsaal hinkte man hinterher.

Das sollte sich ändern. Noch ehe 1912 mit Bernardo Molinari ein eigener Chefdirigent verpflichtet wurde, holte man die führenden Komponisten-Dirigenten jener Zeit ans Pult nach Rom: Mahler, Debussy, Strauss, Strawinsky. Symphonische Dichtungen Ottorino Respighis, Marksteine der neueren italienischen Orchestermusik, wurden vom Orchester der Cecilia-Akademisten uraufgeführt.

Seit 2005 steht Sir Antonio Pappano an der Spitze des Orchesters. Mit dieser längeren Amtsperiode knüpft er an Zeiten an, in denen das Ensemble durch Kontinuität in der künstlerischen Direktion zu Spitzenleistungen fand. Er verfeinerte die Klangkultur, er festigte die internationale Statur des Ensembles, das seit 2002 in einem modernen Konzerthaus, in Renzo Pianos Auditorium im Parco della Musica, beheimatet ist. Zum Musikfest Berlin kommen Orchester und Chefdirigent mit einem Programm, das Kompositionen aus der eigenen Gründerzeit mit einem der Vermächtniswerke Beethovens konfrontiert. Die Große Fuge ruft Geschichte zusammen und gewinnt daraus neue Perspektiven. Ferruccio Busoni führt in seinem Klavierkonzert mit Männerchor ein Experiment weiter, das Beethoven mit seiner Chorfantasie begann, und nirgends klingt Schönbergs Musik sinnlicher, farbfreudiger als in seinen Fünf Orchesterstücken.

Konzertprogramm

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Große Fuge B-Dur op. 133 (1825)

Arnold Schönberg (1874 – 1951)
5 Orchesterstücke op. 16 (1949)

Ferruccio Busoni (1866 – 1924)
Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor C-Dur op.39 (BV 247) (1904)

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin