Konzert
Gastspiel : Rom

Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia – Roma

Sir Antonio Pappano, Leitung
Beethoven | Schönberg | Busoni

Zum ersten Mal beim Musikfest Berlin zu Gast: Chor und Orchester der altehrwürdigen römischen Accademia Nazionale di Santa Cecilia, einer der ältesten Musikinstitutionen der Welt mit seinem Chefdirigenten Sir Antonio Pappano. Mit von der Partie an dem Abend: der Pianist Igor Levit.

Ferruccio Busoni sitzt dem Bildhauer Numa Patlagean Modell, 1914

Ferruccio Busoni sitzt dem Bildhauer Numa Patlagean Modell, 1914

© Staatsbibliothek zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz, Mus. Nachl. F. Busoni, PI, 22

19:10 Einführung

Eine Premiere: Zum ersten Mal sind Orchester und Chor der traditionsreichen Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom beim Musikfest Berlin zu Gast. 1908 ins Leben gerufen, sollte das Orchester dem symphonischen Repertoire in Italien zu mehr Geltung verhelfen, was es seither mit großem Erfolg und unter der Leitung vieler namhaften Dirigenten getan hat. Verankert in einer der ältesten Musikinstitutionen Europas steht es heute für die gelungene Synthese aus Tradition und Zeitgenossenschaft.

Nach Berlin kommt es mit seinem Chefdirigenten Sir Antonio Pappano, der die Klangkultur des Orchesters entscheidend verfeinert, sein Repertoireprofil geschärft und es zu international anerkannter Spitzenleistung geführt hat. Präsentiert wird ein Programm, das in jeder Hinsicht die Dimensionen sprengt: Am Beginn des Konzerts steht Beethovens singuläres Werk, die „Große Fuge“ in einer Fassung für Streichorchester. Diese Version ist Ausdruck einer Tendenz zum Orchestralen, die der ursprünglichen für Streichquartett komponierten Fassung bereits innewohnt.

Ebenso ein Solitär im Konzertleben ist Ferruccio Busonis monumentales Konzert für Klavier, Orchester und Männerchor in C-Dur. Igor Levit ist der Solist dieses, an die Virtuosität des Pianisten höchste Ansprüche stellenden Werks. Ferruccio Busoni führt in seinem Klavierkonzert mit Männerchor ein Experiment weiter, das Beethoven mit seiner Chorfantasie begann. Oder mit Wolfgang Rihm gesagt: „Das Klavierkonzert ist eine Symphonie, die ein Konzert und eine Vokalsymphonie ist. Am Schluss tritt Chorklang hinzu – eine Art Faustsymphonie von Doktor Faust.“ Zwischen Beethoven und Busoni aber erklingt Schönberg: Nirgends klingt dessen Musik sinnlicher und farbfreudiger als in seinen Fünf Orchesterstücken op. 16.

Konzertprogramm

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Große Fuge B-Dur op. 133 (1825)
in der Fassung für Streichorchester

Arnold Schönberg (1874 – 1951)
Fünf Orchesterstücke op. 16 (1909, Fassung von 1949)

Ferruccio Busoni (1866 – 1924)
Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor C-Dur op.39 (1904)

Concerto per un Pianoforte principale e diversi strumenti ad arco, a fiato, ed a percussione. Aggiuntovi un Coro finale per voci d‘uomini a sei parti. Le parole alemanne del poeta Oehlenschlaeger, danese.

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin