Tanz

Achterland

Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas

Uraufführung 27.11.1990 Muntschouwburg, Brüssel
Wiederaufnahme 13.03.2018 Concertgebouw, Brügge

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Berliner Festspiele On Demand: Vom 1. bis 29. April zeigen wir „Rain“ (live) und „Achterland“ als Mitschnitt bzw. Filmadaption, ergänzt durch eine Dokumentation zu „Rain“. Zu den Videos

Ausgehend von der Musik György Ligetis und Eugène-Auguste Ysaÿes entwickeln Anne Teresa De Keersmaeker und ihre Company eine choreografische Partitur zwischen energetisch aufgeladener Virtuosität und musikalischer Verzögerung.

Achterland

Achterland

© Anne Van Aerschot

  • 1 h 30 min, ohne Pause

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Die Choreografie „Achterland“ ist in Anne Teresa De Keersmaekers Œuvre wegweisend, denn erstmalig schuf sie in dieser Produktion aus dem Jahr 1990 für ihre bis dahin überwiegend weibliche Kompanie auch Bewegungsvokabular für männliche Tänzer. Zudem platzierte sie die Musiker*innen zentral auf der Bühne und ließ sie mit den acht Tänzer*innen interagieren – eine Herangehensweise, die die belgische Choreografin in späteren Arbeiten wiederholen sollte.

Die dominierende Weiblichkeit und der Minimalismus früherer Choreografien machen in „Achterland“ Platz für ein vieldeutiges Niemandsland, in dem Grenzen und Symbole verschwimmen: Junge Mädchen tragen Frauenkleider, ein Mann tanzt mit weiblichem Ausdruck, Tänzerinnen in Business Suits gehen spiralförmig zu Boden, um im nächsten Moment zurückzuschnellen. Im gescheiterten Versuch einer Kontaktaufnahme umkreisen sich männliche und weibliche Tänzer*innen, ohne sich zu berühren. Sie jagen einander, ohne sich jemals zu besitzen, ihre Bewegungen sind Antworten auf Tempo und Geometrie von Ligetis Klavieretüden und Ysaÿes Violinsonaten.

Anne Teresa De Keersmaeker gilt als eine der international einflussreichsten Choreograf*innen der Gegenwart. Nach ihrem Studium an der MUDRA Schule für Tanz und der Tisch School of the Arts in New York choreografierte sie 1980 ihre erste eigene Arbeit, „Asch“, in der ihr Interesse für das enge Wechselspiel von Bewegung und Musik bereits sehr deutlich wird. 1983 gründete De Keersmaeker ihre Kompanie Rosas. Zuletzt gastierte sie 2012 mit ihren Stücken „Cesena“ und „En Atendant“ sowie 2013 mit „Partita 2“ bei den Berliner Festspielen.

Besetzung

Choreografie Anne Teresa De Keersmaeker
Musik György Ligeti (8 Études for piano solo) / Eugène Ysaÿe (Sonaten 2, 3 & 4 für Violine solo)
Bühne Herman Sorgeloos
Kostüme Ann Weckx
Licht Jean Luc Ducourt

Tänzer*innen
Laura Bachman, Lav Crnčević, José Paulo dos Santos, Anika Edström Kawaji, Yuika Hashimoto, Laura Maria Poletti, Soa Ratsifandrihana, Luka Švajda

1990 aufgeführt mit
Nordine Benchorf, Bruce Campbell, Vincent Dunoyer, Fumiyo Ikeda, Marion Levy, Nathalie Million, Carlotta Sagna, Johanne Saunier

Musiker*innen
Wilhem Latchoumia Klavier
Juan María Braceras Violine

Achterland (1990) – Trailer

Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas

Eine Produktion von Rosas. In Koproduktion mit De Munt / La Monnaie, Brüssel, Kaaitheater, Brüssel, Stichting Van Gogh 1990, Rotterdamse Schouwburg, Théâtre de la Ville, Paris (1990)
Rosas wird unterstützt durch die Flämische Regierung und durch die BNP Paribas Foundation.
Die Berliner Gastspiele werden ermöglicht durch

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