Mette Ingvartsen, Manual Focus, 2003

Mette Ingvartsen, Manual Focus, 2003

Foto: Peter Lenarts

Choreografischer Ansatz 2
Rituals of Care

Mette Ingvartsen: Manual Focus

Manual Focus dreht Gesichter um 180°, kehrt Arme und Beine kopfüber, wechselt die Vorderseite gegen die Rückseite des Körpers. Die Körper von Tieren, unorganisierten Wesen, kopflosen Menschen und anderen namenlosen Kategorien werden vertauscht.

Der Eintritt ist frei; der Einlass zur Performance ist aufgrund begrenzter Kapazitäten jedoch nur mit einem kostenlosen Ticket möglich, das am Tag der Veranstaltung an der Kasse des Gropius Bau erhältlich ist. Pro Person nur zwei Tickets pro Performance.

Diese Performance zeigt Nacktheit.

Masken gealterter Männer auf den Hinterköpfen dreier nackter Frauen verwandeln diese in einen Organismus mit zwölf Beinen, wobei die Frauen ihre wahre Identität mit der Künstlichkeit einer Gesichtsmaske durchkreuzen. Es ist nicht das Monster selbst, sondern die monströsen Verbindungen von nackt/maskiert, künstlich/real, männlich/weiblich, die einen ungewohnten Blick auf die bekannten Körper eröffnen. Monster sind hier keine Spezies, mit der man sich vertraut machen kann, sie verschwinden und entschlüpfen ganz unbemerkt.

Mette Ingvartsen ist eine dänische Choreografin und Tänzerin, deren Arbeit sich durch Hybridität auszeichnet. Seit der Gründung ihrer Kompanie 2003 wurden ihre Arbeiten in Europa, den USA, Kanada, Südkorea, Taiwan und Australien gezeigt. In Berlin wurde Ingvartsen über Jahre hinweg von Hebbel am Ufer / HAU unterstützt.

Performer*innen: Manon Santkin, Kajsa Sandström und Mette Ingvartsen
Produziert in P.A.R.T.S. (Brussels), 2003; Premiere im Jahr 2003 im Mousonturm, Frankfurt
Dank an Bojana Cvejić and Peter Lenaerts