Antonija Livingstone und Nadia Lauro, les études (hérésies 1–7), 2016

Antonija Livingstone und Nadia Lauro, les études (hérésies 1–7), 2016

Foto: Géraldine Perrier

Performance-Installation
Rituals of Care

Antonija Livingstone und Nadia Lauro: les études (hérésies 1-7)

An der Schnittstelle von Performance und bildender Kunst veranstalten Antonija Livingstone und Nadia Lauro ein queeres Symposium für seltene Präsenz und gefährdete Praxis – ein Besuch einer schimärenhaften Bibliothek mit Vertrauten.

  • Eintritt frei, begrenzte Platzkapazitäten (first come, first served)

  • Kein Nacheinlass!

Für die Dauer eines Sturms finden wir gemeinsam in einem abgeschirmten nomadischen Lebensraum Zuflucht. Eine wyrde Versammlung von Freund*innen, Gastkünstler*innen und Kreaturen begrüßt die umgebende Öffentlichkeit, um kollektiv zuzuhören und über das kritische Potenzial von langsamen, polyphonen und anderen unzeitgemäß erscheinenden Gesten nachzudenken.

„Polyphonie spricht von der Koexistenz einer Vielzahl von Stimmen und Klängen, die auch in einem Text oder in einer textexternen Situation verstanden werden können. Die Lebenskraft der Polyphonie als Phänomen besteht darin, dass die Stimmen nicht zu einem einzigen Bewusstsein oder einer einzigen Drohne verschmelzen, sondern auf verschiedenen Registern existieren und untereinander eine Dynamik erzeugen. Es ist nicht nur eine Heterogenität, sondern ein anderer Winkel, in dem Stimmen nebeneinander gebracht und einander gegenübergestellt werden, es wird etwas erzeugt, das über sie selbst hinausgeht. Jede dieser Stimmen existiert in einem indirekten Dialog mit anderen Stimmen, sodass andere Stimmen zu einer bereits existierenden Einheit beitragen können: eine Polyphonie gegenseitiger, feierlicher und verdrängter Stimmen; ein Austausch in dem alle beteiligten Gesprächspartner sich in ihrem Zusammentreffen ändern können.” — Michail Bachtin

Antonija Livingstone arbeitet an der Schnittstelle von Performance und gestaltender Kunst und hat dabei eine vielschichtige, kollaborative und feministische künstlerische Praxis entwickelt. Ihre Arbeiten wurden von internationalen Institutionen wie dem HAU Hebbel am Ufer, Berlin; Museu de Arte Moderna, Rio de Janeiro; Museum of Modern Art, Warschau; MAI und Agora, Montreal; American Realness, New York City und dem Fierce Festival, Birmingham beauftragt und gezeigt.

Nadia Lauro arbeitet als bildende Künstlerin und Bühnenbildnerin in unterschiedlichen Kontexten wie szenischen Räumen, Landschaftsarchitekturen oder Museen. Lauro hat mit einer Reihe internationaler Choreograf*innen zusammengearbeitet, darunter Vera Mantero, Benoît Lachambre, Emmanuelle Huynh, Alain Buffard, Latifa Laabissi, Antonia Baehr und Jennifer Lacey.

Ein Originalauftrag des Festival d'Automne à Paris für ein ortsspezifisches Werk in der Menagerie de Verre, Paris, im Jahr 2015. Der Original-Prototyp wurde mit Student*innen der Glasgow School of Art entwickelt.
In Zusammenarbeit mit Stephen Thompson
Gastkünstler*innen: Mich Cota, Malik Nashad Sharpe, An Thorne, Elpida Orfanidou und Winnipeg Monbijou
Sturmdesign: Brendan Dougherty
Produktion: Ben Pryor