Offene Grube der Udatschnaja-Diamantenmine in Udatschny, Jakutien (Russland)

Offene Grube der Udatschnaja-Diamantenmine in Udatschny, Jakutien (Russland)

Foto: Alexander Stapanov, Wikimedia Commons

Konzert
Berliner Orchester

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin I

Vladimir Jurowski, Leitung
Webern | Berg | Schnittke

Vladimir Jurowski und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin starten beim Musikfest Berlin mit gleich zwei Konzerten in die neue Saison: am 5. und am 11. September. Beide Programme erinnern an die Musik Anton Weberns, die den Klang des 20. Jahrhunderts prägte und sich aus der Tradition der Wiener Klassik her verstand. Im ersten Konzert des RSB werden die hochverdichteten Orchesterstücke Weberns mit den expressiven Torsi aus Alban Bergs „Wozzek“-Oper verbunden. Gegenüber gestellt wird ihnen die Sinfonik Alfred Schnittkes, die die Nähe zur Musik Gustav Mahlers sucht, aus der sich die Musiksprache Berg und Weberns entwickelt hatte.

18:10 Einführung

„Der 15. September 1945, Anton Weberns Todestag, sollte ein Trauertag für jeden aufnahmefähigen Musiker sein. Wir haben nicht nur diesen großen Komponisten zu verehren, sondern auch einen wirklichen Helden. Zum völligen Misserfolg in einer tauben Welt der Unwissenheit und Gleichgültigkeit verurteilt, bleibt er unerschütterlich dabei, seine Diamanten zu schleifen, seine blitzenden Diamanten, von deren Minen er eine so vollkommene Kenntnis besaß“, schrieb Igor Strawinsky 1955, als Weberns Werk zum Gründungsklang einer neuen Epoche der Musik werden sollte. 75 Jahre nach Kriegsende und der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager erinnern im Beethoven-Jubiläumsjahr Vladimir Jurowski und das Rundfunk- Sinfonieorchester Berlin mit ihren beiden Musikfest Berlin-Konzerten am 5. und 11. September an diesen bedeutenden Komponisten, der durch einen versehentlichen Schuss während einer amerikanischen Militärrazzia ums Leben kam.

Kombiniert werden die Webernschen „Diamanten“ mit den „Wozzeck“-Bruchstücken von Alban Berg und der großformatigen Concerto grosso-Symphonie von Alfred Schnittke. Schnittkes anlässlich des 100jährigen Bestehens des Concertgebouworkest Amsterdam entstandene viersätzige Komposition ist beides: zunächst ein Concerto Grosso, das sich dann allmählich in eine Sinfonie mit deutlich Mahler nahestehenden Zügen verwandelt. Allerdings erscheint das symphonische Narrativ wie umgekehrt: Das lichte Concerto Grosso wird zu einem symphonischen Fluss, der in den dunkel getönten Trauermarsch des Schlusssatzes mündet.

Konzertprogramm

Anton Webern (1883 – 1945)
5 Stücke für Orchester op. 10 (1911 – 1913)

Alban Berg (1885 – 1935)
Drei Bruchstücke aus Wozzeck
für Sopran, Kinderchor und Orchester op. 7 (1917 – 1922)
(für den Konzertgebrauch eingerichtet von Alban Berg)

Alfred Schnittke (1934 – 1998)
Concerto grosso Nr. 4 / Symphonie Nr. 5 (1988)

Eine Veranstaltung von Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin