Konzert
Berliner Orchester

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin II

Vladimir Jurowski, Leitung
Strauss | Saunders | Webern | Beethoven

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Odilon Redon, „L’œil, comme un ballon bizarre, se dirige vers l’infini“, Série pour Edgar Poe, 1882

Odilon Redon, „L’œil, comme un ballon bizarre, se dirige vers l’infini“, Série pour Edgar Poe, 1882

© Wikimedia Commons

Fixstern Beethoven: Es liegen nur vier Jahre zwischen den Variationen op. 30 (1941) von Anton Webern und den „Metamorphosen (1945) von Richard Strauss – jeweils das letzte Orchesterwerk der beiden Komponisten, beide während des Zweiten Weltkrieges im Machtbereich der Nationalsozialisten entstanden. Dennoch gehören sie verschiedenen Welten an. Strauss schaut fassungslos auf die Barbarisierung der Menschheit durch den Krieg und zitiert voller Wehmut, an die zerstörte Kultur der Zivilgesellschaft gemahnend, Beethovens Trauermarsch aus der „Eroica“. Webern dagegen lässt seine Variationen förmlich implodieren. Nur zwei Takte geben das Material vor, das sich im weiteren Verlauf noch reduziert. Nach acht Minuten verstummt Webern. Der Titel von Rebecca Saunders’ Komposition „Alba“ (2014), geschrieben nach einem Gedicht von Samuel Beckett, kommt von „albus“ (weiß) und meint nicht den Glanz, sondern die völlige Abwesenheit von Farbe. Aber: „Ohne Schatten und ohne Grau ist Weiß besonders heiß, die Farbe der Wut.“ (Rebecca Saunders) Wie ein Sonnenkraftwerk liefert die schicksalhafte Symphonie von Beethoven jene unbändige Energie, der es bedarf, um allen Verwerfungen zum Trotz, den Blick immer aufs Neue zu den Sternen richten zu können.

Konzertprogramm

Richard Strauss (1864 – 1949)
Metamorphosen
für 23 Solostreicher (1944/45)

Rebecca Saunders (*1967)
Alba
für Trompete solo und Symphonieorchester (2014)

Anton Webern (1883 – 1945)
Variationen für Orchester op. 30 (1940/41)

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (1803 – 1807/08)

Eine Veranstaltung von Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin