Leonardo da Vinci, Eine Stadt im Mittelpunkt eines Wirbels, um 1515

Leonardo da Vinci, Eine Stadt im Mittelpunkt eines Wirbels, um 1515

Royal Library Windsor Castle © The Royal Collection of Her Majesty Queen Elisabeth II

Konzert
Berliner Orchester

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Robin Ticciati, Leitung
Elgar | Rihm | Beethoven

Start in die neue Saison mit Robin Ticciati: Wie beim Eröffnungskonzert mit dem Concertgebouworkest trifft auch im Programm des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin die Musik von Wolfgang Rihm auf die Musik Ludwig van Beethovens. Eingeleitet wird der Konzertabend mit der der Stadt London gewidmeten „Cockaigne“-Ouvertüre Edward Elgars.

19:10 Einführung

Robin Ticciati eröffnet seine dritte Spielzeit als Chefdirigent des DSO beim Musikfest Berlin. Erstmals widmet er sich mit seinem Orchester einer Beethoven-Symphonie – der selten aufgeführten Vierten, die in Ton und Ausdruck dem Milieu um den Gefangenenchor aus der Fidelio-Oper nahe ist: eine Freiheitssymphonie mit ausgeprägt lyrischen Zügen und von heiterem Ausdruck. Ticciati lässt die Streicher auf Darmsaiten spielen.

Bei den ersten Präsentationen zählte man die Vierte zusammen mit ihren drei Vorgängern noch zu Beethovens „ungeschliffenen Diamanten“. Und das galt zumal für die irritierende Einleitung der Vierten: „Erstens, ein langsames Tempo, voll kurzer abgerissener Ideen, wo ja keine mit der anderen Zusammenhang haben darf, alle Viertelstunden drei oder vier Noten! – das spannt! dann ein dumpfer Paukenwirbel und mysteriöse Bratschensätze, alles mit der gehörigen Portion Generalpausen und Halte geschmückt; endlich, nachdem der Zuhörer vor lauter Spannung schon auf das Allegro Verzicht getan, ein wütendes Tempo, in welchem aber hauptsächlich dafür gesorgt sein muss, dass kein Hauptgedanke hervortritt“, notierte Carl Maria von Weber.

Beethoven war 36, als er die Vierte schrieb, Wolfgang Rihm 25, als er als „junger Wilder“ „La musique creuse le ciel“ komponierte und nicht nur mit diesem Werk die damaligen Vorstellungen, was neue Musik sein könnte und zu sein hatte, kräftig aufmischte und durcheinanderschüttelte. Das dichterische Wort Baudelaires, das der Komposition den Titel gab, kann wiedergeben werden, so kommentierte der Komponist, als: „Die Musik höhlt den Himmel aus“ oder „Die Musik weidet den Himmel aus“ oder „Die Musik vertieft den Himmel“. „Bei der Arbeit glaubte ich eine große Erzählung zu schreiben, die spiralig immer wieder von neuem – an Neuem: umgewertetem Vorhandenen – ansetzt. Eigentlich eine Art Mahlstrom-Musik.“ Eine unbändige Mahlstrom-Musik: das ist dieses im besten Sinne eigensinnige Werk bis heute geblieben.

Konzertprogramm

Edward Elgar (1857 – 1934)
Cockaigne (in London Town)
Ouvertüre op. 40 (1900/01)

Wolfgang Rihm (*1952)
La musique creuse le ciel
Musik für 2 Klaviere und großes Orchester (1977/79)

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60 (1806)

Eine Veranstaltung des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin