Many Undulating Things

Filmstill aus „Many Undulating Things“. Filmstill

Film
Sundays for Hong Kong II

Many Undulating Things

USA/HK/KOR 2019, digital
Regie: Bo Wang, Pan Lu

Deutschlandpremiere

Liebes Publikum, mit großem Bedauern müssen wir mitteilen, dass die Veranstaltung aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus entfallen muss.

Berliner Festspiele on Demand: Vom 9. April bis 7. Mai zeigen wir „Many Undulating Things“ und drei weitere Filme der Reihe auf unserer Website. Zu den Videos

  • 125 min
  • Englisch, Kantonesisch und Mandarin mit englischen Untertiteln

Vergangene Termine

Im Anschluss folgt ein Q&A mit Regisseur Bo Wang

Koloniale Atmosphäre, einheimische Pflanzen, Kaiserreich der Botanik, Segregation, Umschlaghafen, Stahl und Glas, Shopping Malls, Erinnerungen, Laissez-faire, Geisterhäuser, Spekulation… das sind die “many undulating things”, die vielen wogenden Dinge, die diesem poetischen Dokumentarfilm seinen Titel verleihen. Er beschäftigt sich mit der sozialen und urbanen Transformation Hongkongs und betrachtet die Beziehungen zwischen Landschaft, Natur, Urbanisierung und Gesellschaft.

Der Film beginnt und endet in einem Einkaufszentrum in Hongkong. Der aufmerksame Blick gilt den gleitenden Bewegungen der Rolltreppen, dem stetigen, unaufhörlichen Menschenstrom, dem Brunnen mit musikalischer Begleitung, der das Zentrum des Innenhofs beherrscht – ganz so, als ob dieser riesige Komplex den Kreislauf der ganzen Stadt, oder sogar des ganzen Landes bündeln könnte. Von diesem Ausgangspunkt aus wendet sich die Sicht den für Weltausstellungen gebauten, verglasten Galerien zu, den überbevölkerten Hochhäusern, den Fragmenten des noch nicht lange zurückliegenden Kolonialismus. „Many Undulating Things“ hinterfragt die Rolle von Städten im globalisierten kapitalistischen System.

Der Künstler und Filmemacher Bo Wang lebt in den Niederlanden und in China. Er studierte Physik und Mathematik an der Tsinghua-Universität, wo er auch einen Master-Abschluss in Kosmologie erlangte. Später studierte er an der New Yorker School of Visual Arts und schloss dort einen MA-Studiengang in Fotografie, Video und verwandten Medien ab. Seine künstlerischen Arbeiten wurden international in zahlreichen Museen und bei Festivals gezeigt, darunter das Guggenheim Museum und das Museum of Modern Art in New York, das Garage Museum in Moskau, das Rotterdam Film Festival in den Niederlanden, Visions du Réel in der Schweiz, Image Forum Festival in Tokio, die Ural Industrial Biennial of Contemporary Art in Jekaterinburg, DMZ Docs in Südkorea, CPH:DOX in Kopenhagen, das Times Museum in Guangzhou und BOZAR in Brüssel.

Pan Lu ist Assistenzprofessorin am Institut für Chinesische Kultur an der Hong Kong Polytechnic University. Sie war Gastwissenschaftlerin an der Technischen Universität Berlin (2008 und 2009) und am Harvard-Yenching Institute (2011-2012), Researcher-in-Residence am Fukuoka Asian Art Museum (2016) und Gastwissenschaftlerin an der Taipei National University of the Arts (2018). Pan verfasste zwei Monografien: „In-Visible Palimpsest: Memory, Space and Modernity in Berlin and Shanghai“ (Bern: Peter Lang, 2016) und „Aestheticizing Public Space: Street Visual Politics in East Asian Cities“ (Bristol: Intellect, 2015). Zudem übersetzte sie „Über das Neue“ von Boris Groys ins Chinesische (2018, Chongqing University Press). Gemeinsam mit Bo Wang drehte Pan Lu unter anderem die Filme „Traces of an Invisible City“ (2016), „Miasma, Plants and Export Paintings“, (2017, dieser Film erhielt beim 32nd Image Forum Festival in Tokio den Award of Excellence) und „Many Undulating Things“ (2019). 2018 war sie eine der Kurator*innen bei der Kuandu Biennale in Taipei.