Chinchilla Arschloch, waswas

Chinchilla Arschloch, waswas. Barbara Morgenstern, Christian Hempel, Benjamin Jürgens

© Robert Schittko

Theater
10er Auswahl

Chinchilla Arschloch, waswas

von Rimini Protokoll (Helgard Haug)

Eine Produktion von Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Schauspiel Frankfurt und Rimini Apparat in Koproduktion mit Westdeutscher Rundfunk und HAU Hebbel am Ufer (Berlin)

Uraufführung 11. April 2019 (Frankfurt)

Helgard Haug zeigt eine gleichermaßen von Humor und Respekt geprägte Annäherung an Tourette und stellt damit geliebte Sicherheiten des Theaterbetriebs wie Kontrolle, Präzision und Wiederholbarkeit in Frage.

  • 1 h 40 min, ohne Pause

Aus der Rolle fallen ist keine Seltenheit auf der Theaterbühne. Wie sieht es aber aus, wenn das nicht beabsichtigt ist, weil sich ein Tic Bahn bricht? Drei Menschen mit Tourette stehen auf der Bühne und erforschen, wie viel Unberechenbarkeit das Theater aushält. Helgard Haug hat mit ihnen und für sie einen Raum geschaffen, der sowohl klare Spielsituationen als auch Freiräume bietet und auf humorvolle Weise Konventionen auf der Bühne hinterfragt.

Statement der Jury

Helgard Haugs „Chinchilla Arschloch, waswas“ ist nur auf den ersten Blick ein lässiger Abend über Menschen mit Tourette-Syndrom und das Leben mit Tics – unkontrollierbaren Worten, Lauten, Bewegungen. Denn es geht in diesem Recherche-Abend mit Expert*innen des Alltags auch um das Theater an sich, seine Limitierungen und Möglichkeiten. Jeden Abend entsteht hier der dramatische Text neu. Alles kann passieren, weil sich Tourette kaum kontrollieren lässt. Dafür haben Haug und ihre Protagonist*innen Spielräume und -situationen geschaffen und sie genau rhythmisiert. Es geht aber auch ums Publikum, das getriggert und beschimpft, umarmt und beschenkt wird. Um das Aus-der-Rolle-Fallen. Um eine utopische Gemeinschaft, in der alles möglich und jede*r willkommen ist.

Besetzung

Konzept, Text & Regie Helgard Haug
Komposition & Musik Barbara Morgenstern
Bühne Mascha Mazur
Video Marc Jungreithmeier
Lichtdesign Johannes Richter
Dramaturgie Cornelius Puschke
Dramaturgie Künstlerhaus Mousonturm Anna Wagner
Tontechnik Thorsten Löchl
Recherche und Künstlerische Mitarbeit Meret Kiderlen
Produktionsleitung Künstlerhaus Mousonturm Olivia Ebert
Produktionsleitung Rimini Protokoll Juliane Männel
Technische Leitung Berlin Patrick Tucholski
Lichtdesign Adaption Berlin Sebastian Zamponi
Sounddesign Berlin Torsten Schwarzbach
Künstlerische Mitarbeit Tour Desislava Tsoneva, Linn Günther

Mit
Christian Hempel, Benjamin Jürgens, Bijan Kaffenberger, Barbara Morgenstern, Stefan Schliephake

Chinchilla Arschloch, waswas. Videotrailer

© Rimini Protokoll

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen des Schwerpunkts „Erzählung.Macht.Identität“ und durch die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege im Rahmen der Projektreihe UNLIMITED II zur Förderung exemplarischer Positionen zeitgenössischer Performing Arts.

Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater und Medien GbR
Musikrechte: Barbara Morgenstern © Maobeat Musikverlag / Budde Music Publishing GmbH