Konzert

Ensemble Modern

Sir George Benjamin, Leitung
Benjamin | Rihm

Das Ensemble Modern begeht in diesem Jahr sein vierzigjähriges Bestehen. Beim Musikfest Berlin gestaltet es einen Konzertabend mit zwei Vertrauten: Mit dem Komponisten und Dirigenten George Benjamin, mit dem das Ensemble bereits seit vielen Jahren regelmäßig zusammen arbeitet, und mit Wolfgang Rihm, dessen raum- und zeitgreifende Komposition „Jagden und Formen“ es bereits vor 12 Jahren uraufführte. Damals war „Jagden und Formen“ noch eine überschaubare Partitur, die sich über die Jahre zu einer gigantischen Werklandschaft von einer Stunde Dauer entwickelt hat.

George Benjamin

George Benjamin

© Javier del Real

Vergangene Termine

Musikfest Berlin digital – Konzertmitschnitte online
Livestream des Konzerts in der Digital Concert Hall,
verfügbar am 3. September, 20:00
Aufzeichnung des Konzerts auf Musikfest Berlin on Demand,
verfügbar 4. September, 16:00 – 7. September 15:59

Das seit Jahrzehnten international bekannte und in Frankfurt beheimatete Ensemble Modern, das sich mit dem Ideal einer basisdemokratischen Zusammenarbeit ohne Leitung vor genau 40 Jahren aus einer Gruppe Studenten der Jungen Deutschen Philharmonie zusammengeschlossen hat, vereint heute 18 Solisten verschiedenster Herkunft und eine Akademie zur Förderung von Nachwuchskünstler*innen. Zahlreiche Werke aus den Bereichen Musiktheater, Kammermusik, Orchestermusik bis hin zu Tanz- und Videoprojekten haben die Musiker*innen inzwischen vor ein Publikum gebracht und ins Repertoire gespielt. So auch die Werke dieses Konzertabends. Mit ihnen setzten sie sich in unterschiedlichen Kooperationen und Konstellationen immer wieder aufs Neue auseinander. „At First Light“, komponiert von George Benjamin, mit dem das Ensemble auf der Ebene der Komposition, aber auch des Dirigats, bereits eine langjährige fruchtbare Zusammenarbeit verbindet, wurde komponiert, als sich das Ensemble noch auf dem Weg zu internationalem Renommee befand. Inspiriert durch ein spätes Gemälde von William Turner ging es George Benjamin darum, „fest umrissene Objekte – musikalische Phrasen etwa – zu schmelzen“ und in einen Klangfluss mit all seinen Wundern und Tücken zu transformieren.

Das Vorhaben kommt Wolfgang Rihms Ideal einer „musique fleuve“ sehr nahe. Seine „Jagden und Formen“, dieses work in progress, dessen erste Entstehungsphase in die Jahre 1995 bis 2001 fällt, wurde 2001 vom Ensemble Modern uraufgeführt und in der finalen Fassung von 2008 ebenfalls vom Ensemble Modern erstmals aufgeführt und seitdem wiederholt auf die Bühne gebracht. „Ich öffne immer wieder Schleusen und grabe immer wieder Täler, damit das alles zusammenfließen kann, ich bin sozusagen der Landschaftsgärtner dieser Werklandschaft. Das Komponieren ist ein organischer Prozess für mich. Dahinter steht die Idee, dass etwas immer weitergetrieben wird und dadurch Neues generiert.“ (Wolfgang Rihm) Wie der Komponist das rund einstündige Stück in mehreren Schüben und Schichten von bestimmten Kernen aus schrieb, umschrieb und überschrieb, so schreibt das Ensemble die Hörgestalt durch neue Erfahrungen und Einsichten fort. Bei dieser „Reise durch Werklandschaften“ (Barbara Zuber), die sich bisweilen ins Rasende steigert, aber auch Wege ruhiger Sensibilität kennt, verwandelt sich das Konzert für Orchester in einen großen Tanz, der anschaulich werden, aber auch imaginär bleiben kann.

Konzertprogramm

George Benjamin (*1960)
At First Light
für Kammerorchester (1982)

Wolfgang Rihm (*1952)
Jagden und Formen
für Orchester (1995 – 2001, Zustand 2008)

Besetzung

Ensemble Modern
Sir George Benjamin Leitung

Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin.