Konzert

Berliner Philharmoniker I

Daniel Harding, Leitung
Berg | Beethoven

Als „kleines Denkmal einer großen Liebe“ bezeichnete Alban Berg seine „Lyrische Suite“, die seine Liebe zu einer bereits verheirateten Frau thematisiert. In Beethovens „Pastorale“ manifestiert sich dessen Liebe zur Natur und er offenbart sich auch als Klangforscher und Klangfarbenkomponist.

Adolphe de Meyer, Glass and Shadows, Photogravüre 1912

Adolphe de Meyer, Glass and Shadows, Photogravüre 1912

© Wikimedia Commons (Ausschnitt)

Die „Pastorale“ zeigt den Komponisten Ludwig van Beethoven von einer Seite, welche die populäre Ikonographie gern vergaß. Beethoven, den Klang- und Farbverliebten: Wo sonst Kontraste und Konflikte heftig und en detail ausgetragen werden, stellt er die Gedanken des Kopfsatzes in wechselndes Tonartenlicht, ohne sie substanziell zu verändern. Beethoven, der Klangforscher: So wie im zweiten Satz, der „Szene am Bach“ klingt sein Orchester sonst nie. Und Beethoven, der Freund des Naturlauts (Vogelstimmen) und des Menschenrufs in der Natur (Hornsignale zum Finale): Vernommenes ergänzt die eigene musikalische Prägung. Diese lyrische Symphonie enthält gleichwohl ihre dramatischen Momente: besonders anschaulich im vorletzten, dem Gewittersatz.

Als Symphonie hätte Alban Berg seine „Lyrische Suite“ bezeichnen können, denn sie bietet alles, was zu einer solchen gehört: Dichte, Expressivität, große Kontraste, vollendete Form, beziehungsvollen Detailreichtum. Er schrieb sie für Streichquartett, bearbeitete später aber die Sätze zwei bis vier für Streichorchester; andere arrangierten auch die restlichen Teile für große Besetzungen. Theodor W. Adorno, der um die autobiografischen Hintergründe des Werkes (Bergs Liebe zu Hanna Fuchs-Robbetin) wusste, nannte es eine „latente Oper“, eine Art instrumentalen „Tristan“, und meinte: „Wird das lyrische Wesen der Suite am sichersten beim Quartett behütet, so das dramatische beim Streichertutti; erst hier schwimmen die Konturen aufgeregt und hintergründig ineinander […]; erst hier […] hat der Ausbruch die volle katastrophische Gewalt.“ Dass stets ein Rest des real Unerfüllten bleibt, macht die Spannung dieser Bekenntniskomposition aus.

Konzertprogramm

Alban Berg (1885 – 1935)
Lyrische Suite (1926)

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Symphonie Nr. 6 F-Dur Op. 68 „Pastorale“ (1807/08)

Besetzung

Berliner Philharmoniker
Daniel Harding Leitung

Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten

Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin.