Film & Konzert

Film & Live-Musik

Beckett | Saunders & G. Richter

„Crazy inventions for television“ nannte Samuel Beckett seine Arbeiten für das Medium Fernsehen, die er zwischen 1977 und 1982 mit dem Südfunk Stuttgart realisierte. Sie sind an einem Filmabend mit Live-Musik im Zoo Palast Berlin zu sehen. Darunter der Film „Ghost Trio“, der mit seinem Titel auf Ludwig van Beethovens Klaviertrio op. 70,1 anspielt und dem im Film auch eine besondere Rolle zukommt. Im zweiten Teil des Abends folgt der Film „MOVING PICTURE (946-3)“ von Gerhard Richter und Corinna Belz mit Musik von Rebecca Saunders, gespielt von dem Trompetenvirtuosen Marco Blaauw.

Aufführung des Films „Not I“

Aufführung des Films „Not I“

© Monika Karczmarczyk

Vergangene Termine

Musik im Gespräch – Künstler*innengespräche online
Gespräche mit Marco Blaauw und Rebecca Saunders
verfügbar ab 4. September

„Das späte Prosawerk Samuel Becketts hat meine Arbeit enorm beeinflusst. Beckett wägt jedes Wort ab, seine Schatten, seine Echos“, bekannte Rebecca Saunders. Seit seinem 60. Lebensjahr wandte sich der Dichter dem damals technisch nicht mehr ganz neuen, aber in seiner weiten Verbreitung neuartigen Medium, dem Fernsehen, zu. Weil sich die Zusammenarbeit mit britischen Sendeanstalten allzu lange hinzog, bevorzugte er eine Zusammenarbeit mit dem damaligen Südfunk Stuttgart (heute Teil des Südwestrundfunks). Mit dem dortigen Produktionsteam realisierte er zwischen 1977 und 1982 unter eigener Regie vier Projekte („crazy inventions for television“), darunter den Film „Ghost Trio“, der auf dem gleichnamigen D-Dur-Klaviertrio Ludwig van Beethovens basiert.

Rebecca Saunders teilt Becketts Affinität zu bewegten Bildern und seiner Art, Zeit durch Kunst zu formen und ihren getakteten Verlauf zu suspendieren. „946-3“ ist ursprünglich ein Gemälde von Gerhard Richter, aus dem er zusammen mit Corinna Belz einen Film aus bewegten Farben schuf. „Sein Leuchten, seine hypnotisierende, absolute Konzentration und vor allem seine Art, das Zeitgefühl aufzuheben“, faszinierten die Komponistin Saunders. Die Musik zu diesem abstrakten Film schrieb sie für den Trompeter Marco Blaauw, der bereits drei Tage zuvor in dem Konzert mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin als Solist in Saunders Trompetenkonzert „White“ für Trompete solo von Rebecca Saunders spielt.

Programm

Samuel Beckett (1906 – 1989)
Not I (1973)
mit der Darstellerin Billie Whitelaw
und in der Regie von Anthony Page
Eine Gemeinschaftsproduktion der BBC London und der RM Productions London

Samuel Beckett
Ghost Trio (1975/76)
mit den Darstellern Klaus Herm, Irmgart Forst
und in der Regie von Samuel Beckett
SDR 1977 Produktion

Gerhard Richter (*1932) & Corinna Belz (*1955)
MOVING PICTURE (946-3) Kyoto Version
neue Version (2019/2020)

Corinna Belz Filmproduktion
Rudi Heinen Montage

mit der gleichnamigen Live-Musik von
Rebecca Saunders (*1967)
für Trompete solo und Elektronik (2019/20)
Uraufführung der Endfassung

Besetzung

Marco Blaauw Trompete
Sebastian Schottke Klangregie

Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin.